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Tour de Suisse: Da Costa siegt als Solist, Rojas sorgt für Doppelsieg von Caisse d`Epargne

admin | 19. Juni 2010

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Foto und Copyright: Sabine Jacob

Autorin: Heike Oberfeuchtner, www.live-radsport.ch

Liestal, 19.06.10 – Auf der achten Etappe der Tour de Suisse haben die Sprinter die letzte Gelegenheit für eine Massenankunft nicht genutzt, zum wiederholten Mal ging der Sieg an einen Ausreißer. Rui da Costa setzte sich auf den letzten Kilometern aus der Fluchtgruppe des Tages ab und holte solo den ersten portugiesischen TdS-Etappensieg seit über 20 Jahren. Mit Joaquin Rojas Gil auf Platz zwei 15 Sekunden hinter Costa feierte Caisse d’Epargne sogar einen Doppelerfolg; der Spanier verwies mit den Belgier Maxime Monfort (HTC-Columbia) auf Rang drei. Robert Gesink (Rabobank), der im 1:16 Minuten zurückliegenden Hauptfeld das Ziel erreichte, verteidigte vor dem abschließenden Zeitfahren einmal mehr die Gesamtführung.

Neunköpfige Fluchtgruppe mit Milram- und Schweizer Beteiligung
Der Schwierigkeitsgrad der achten Etappe, die im gestrigen Zielort Wetzikon gestartet wurde, hielt sich in überschaubaren Grenzen. Auf den 172,4 Kilometern standen nur Bergwertungen dritter Kategorie an, allerdings gleich vier Stück davon und allein drei auf den letzten 55 Kilometern. Bei immer noch recht durchwachsener Wetterlage ging es für die verbliebenen Starter in westlicher Richtung nach Liestal, der Hauptstadt des Kantons Basel Land, nahe der deutschen Grenze. Aufgrund des Anfangstempos kam erst auf Höhe des Bonussprints in Winterthur (km 32) eine Fluchtgruppe zustande, die erfreulicherweise auch diesmal nicht ohne deutsche bzw. Schweizer Beteiligte war. Alessandro Vanotti (Liquigas-Doimo), Maxime Monfort (HTC-Columbia), Sandy Casar (Francaise des Jeux), die beiden Caisse d’Epargne-Profis Rui Faria da Costa und Jose Joaquin Rojas Gil, Tom Danielson (Garmin-Transitions), Lokalmatador Gregory Rast (Radioshack), Lars Petter Nordhaug (Sky Team) und Milram-Mann Gerald Ciolek hatten es sich zum Ziel gesetzt, die letzte mögliche Massenankunft der diesjährigen Tour de Suisse zu vereiteln. Wobei man bedenken muss, dass Ciolek und Rojas als exzellente Sprinter auch bei einem Durchkommen der Gruppe klar im Vorteil gewesen wären.

Ciolek und Rast fallen zurück. Abstand vergrößert sich dennoch
Im Verlauf des Rennens konnte man den Eindruck gewinnen, als sei das Hauptfeld unschlüssig, ob man die neun gewähren lassen oder einholen solle. Auf kuriose Weise pendelte der Vorsprung dauerhaft zwischen einer und zwei Minuten hin und her. Für das Gelbe Trikot von Robert Gesink (Rabobank) und das weiße Bergtrikot von Mathias Frank (BMC Racing Team) stellte jedenfalls keiner der Ausreißer eine unmittelbare Bedrohung dar. Im Wesentlichen unterstützten Lampre und Cervélo das Team des Führenden bei der Verfolgungsarbeit. Bis kurz vor der zweiten Bergwertung (Wittnauer Höhe) blieb die Gruppe zusammen. Als Erster musste Ciolek abreißen lassen, an der Wiesinger Höhe ca. 40 Kilometer vor Schluss erwischte es dann Gregory Rast. Aber auch ohne deutschprachige Unterstützung gaben die verbliebenen Flüchtlinge noch mal alles, erhöhten ihren Abstand erstmals auf über 2 Minuten. Auf der Liestaler Schlussrunde dann brannten die sieben ein Feuerwerk von Attacken ab. Auf Biegen und Brechen wurde versucht, die Konkurrenten zu distanzieren. Auch aus dem Feld heraus, wo viel ihre Chancen schwinden sahen, kam es zu Vorstößen, welche letztlich alle im Sande verliefen.

Da Costa und Rojas nehmen Monfort in die Zange. 5. portugiesischer Etappenerfolg
Die beiden Caisse d’Epargne-Fahrer Da Costa und Rojas Gil nutzten ihren taktischen Vorteil weidlich aus; Bayern-Rundfahrt-Gewinner Monfort, der ihnen noch am ehesten Paroli bieten konnte, blieb ohne Chance. Als Da Costa sich abzusetzen vermochte und der Belgier hinterherging, klebte Costas spanischer Teamkollege sofort wieder an Monforts Hinterrad. Wie nicht anders zu erwarten war, überspurtete Rojas Monfort am Ende noch mühelos, sodass für Letzterern nur Rang drei heraussprang. 15 Sekunden zuvor hatte Rui Alberto Faria da Costa sich über den ersten portugiesischen Tour de Suisse-Etappensieg seit 22 Jahren freuen können. 1988 war Agacio da Silva zuletzt erfolgreich gewesen; überhaupt verdankt Portugal ihm sowie Joaquim Agostinho alle vier bisherigen Topresultate. Die Reste der ehemaligen Spitzengruppe erreichten das Ziel mit etwas über 30 Sekunden Rückstand, 1:16 Minuten verbuchte das Feld, in dem Gesink als Zehnter mühelos die Gesamtführung verteidigte. An der Spitze des Hauptklassements änderte sich nichts, ebenso wenig wie bei den Sonderklassements, auch wenn Rojas mit dem zweimaligen Etappensieger Marcus Burghardt (BMC) in der Punktewertung gleichziehen konnte. Bester Deutscher des Tages war der ehemalige Leader Tony Martin (HTC-Columbia) auf Rang elf, unmittelbar dahinter platzierte sich mit Oliver Zaugg (Liquigas) der beste Schweizer.

Das knapp 27 km lange Zeitfahren der morgigen Abschlussetappe, bei dem Robert Gesinks Gesamtführung noch einmal auf die Probe gestellt wird, steigt im ersten Teil deutlich an und fällt dann ebenso deutlich zum Zielstrich hin ab. Schauplatz des Spektakels ist der heutige Ankunftsort Liestal.

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