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4. Etappe Tour de Suisse: Massensturz beim Sprintfinale, Petacchi wird zum Sieger

admin | 15. Juni 2010

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Foto und Copyright: Sabine Jacob

Autor: Felix Griep, www.live-radsport.ch

Wettingen, 15.06.2010 – Der auf der 4. Etappe der Tour de Suisse erwartete Massensprint war in vollem Gange, als Mark Cavendish (HTC-Columbia) und Heinrich Haussler (Cervélo TestTeam) um den Sieg kämpfend miteinander kollidierten und einen Massensturz auslösten, der viele folgende Fahrer zu Boden riss. Alessandro Petacchi (Lampre) blieb verschont und fuhr als Sieger über die Ziellinie. Tony Martin (HTC-Columbia) behält das Gelbe Trikot.

Cavendish und Haussler lösen Sturz aus, Petacchi wird Erster
Nach gut 190 Kilometern bog das Feld auf die Zielgerade in Wettingen ein und eröffnete den sprint royale. Hundert Meter vor dem Ziel lag Gerald Ciolek (Team Milram) an der Spitze, von rechts überholte ihn Mark Cavendish (HTC-Columbia), von links Heinrich Haussler (Cervélo TestTeam). Der Brite, der vorher schon einen Schwenker fuhr, zog nach innen, Haussler fuhr ebenfalls nicht ganz gerade, ihre Oberkörper berührten sich und dann gingen beide in vollem Tempo zu Boden. Die folgenden Fahrer um Ciolek stürzten daraufhin natürlich auch und sofort war die ganze Straße blockiert. Wenige Fahrer hatten Glück, befanden sich zu diesem Zeitpunkt ganz an der Seite und kamen gerade noch unbeschadet durch. So kam Alessandro Petacchi (Lampre) zu einem völlig überraschenden Sieg, den er auch einige Zeit später bei der Siegerehrung nicht genießen konnte. Matti Breschel (Saxo Bank) wurde Zweiter, Marco Marcato (Vacansoleil) übernahm als Dritter die Führung in der Punktewertung von Haussler.

Feillu lange Alleinunterhalter, Attacken im Finale ohne Erfolg
Dabei begann die Etappe noch ruhig, ja fast langweilig, mit einem Solo des Franzosen Brice Feillu (Vacansoleil) über 155 Kilometer. Kurz nach dem Start hatte sich der Sieger der Tour-Etappe 2009 nach Andorra abgesetzt und mangels Mitstreitern einen recht einsamen Tag erlebt. Fast zehn Minuten Vorsprung bekam Feillu, bevor HTC-Columbia mit der Verfolgung begann. Bei der ersten Zielpassage fuhr er noch vier Minuten voraus. Der zweimal zu fahrende 28,5 Kilometer lange Rundkurs um Wettingen führte zwei Kilometer über den Anstieg nach Regensburg, an dem Feillu natürlich viel Zeit einbüßte. Kurz nach Beginn der letzten Runde wurde er gestellt. Wieder gab es zahlreiche Angriffe von Fahrern, die an jeder kleinen Steigung versuchten, den Sprinter ein Schnippchen zu schlagen. Bis auf wenige Fahrer, die zurückfielen, blieb aber alles zusammen. Drei Kilometer vor dem Ziel versuchte es Philipp Gilbert (Omega Pharma-Lotto), an der Flamme Rouge Allan Davis (Astana) und daraufhin nochmals Gilbert, ohne jedoch den Sprint verhindern zu können. In dem kam es dann zu der fatalen Kollision zwischen Cavendish und Haussler, die wohl für einige Fahrer mit schwereren Verletzungen das Aus bei der Tour de Suisse bedeuten wird. Einziger offizieller Ausfall des Tages war aber zunächst Michael Rogers (HTC-Columbia), der sich mit einem speziellen Höhentrainingslager auf die Tour de France vorbereiten will.

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