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Tony Martin und Frank Schleck strahlen zum Abschluss der 74. Tour de Suisse

admin | 22. Juni 2010

Foto und Copyright: Sabine Jacob

Foto und Copyright: Sabine Jacob

Autor: Felix Griep, www.live-radsport.ch

Liestal, 20.06.2010 – Das finale Zeitfahren auf der 9. Etappe der Tour de Suisse 2010 stellte das Gesamtklassement noch einmal auf den Kopf. Gesamtsieger wurde letztlich Frank Schleck (Saxo Bank), während Steve Morabito (BMC Racing Team) das Podium knapp verpasste und Robert Gesink (Rabobank) noch auf Platz fünf abstürzte. Auch im Kampf gegen die Uhr selbst gab es einen Machtwechsel, Fabian Cancellara (Saxo Bank) musste sich im Duell um den Tagessieg Tony Martin (HTC-Columbia) geschlagen geben.

Martin beendet Cancellaras Zeitfahr-Serie an der Tour de Suisse
Die letzten 26,9 Kilometer der Tour de Suisse wurden als Einzelzeitfahren rund um Liestal ausgetragen und sollten noch einmal für große Abstände und dadurch einige Verschiebungen im Gesamtklassement sorgen. Die Strecke führte in der ersten Hälfte leicht bergauf, in der zweiten wieder bergab. Bei einigen Nichtstartern gingen noch 116 Fahrer von einst 167 Teilnehmern ins Rennen und zur Mitte des Wettbewerbs schon Fabian Cancellara (Saxo). Abgesehen vom Bergzeitfahren im Jahr 2008 hatte der Weltmeister die letzten fünf Zeitfahr-Prüfungen an der Tour de Suisse für sich entschieden und übernahm auch prompt die Führung im Ziel. Doch Tony Martin (HTC-Columbia), der auf der Königsetappe das Gelbe Trikot verloren hatte, wollte sich doch noch mit einem Erfolgserlebnis verabschieden und fügte seiner Palmarès einen großen Sieg hinzu. An der Zwischenzeit lag der 25-Jährige noch fünf Sekunden hinter Cancellara, machte aber zum Ende hin immer mehr Zeit gut und siegte schließlich mit doch deutlichen 17 Sekunden Vorsprung. David Zabriskie (Garmin-Transitions), der nach 11,4 Kilometern noch in Führung lag, verlor als Dritter gar noch 29 Sekunden. Nur fünf weitere Fahrer blieben unter eine Minute Rückstand. Es waren Cancellaras Teamkollegen Gustav Erik Larsson (4.) und Jacob Fuglsang (7.), Martins Teamkollege Maxime Monfort (8.) und das RadioShack-Duo Levi Leipheimer (5.) und Andreas Klöden (6.).

Gesink verliert Sieg an Schleck, Armstrong und Fuglsang komplettieren Podium
Robert Gesink (Rabobank) kämpfte um das Gelbe Trikot, das er gegen einige starke Zeitfahrer verteidigen musste, die in der Gesamtwertung nicht weit hinter ihm lagen. Dass es aber ausgerechnet Frank Schleck (Saxo Bank) war, der ihm den Gesamtsieg abnahm, überraschte doch etwas. Mit 1:14 Minute Rückstand wurde der ältere der luxemburgischen Brüder 13., Gesink verlor als 40. 2:19 Minuten. Zu viel. Schleck feierte den größten Rundfahrt-Erfolg seiner Karriere und zeigte sich in Topform für die bevorstehende Tour de France. Lance Armstrong (RadioShack) war im Zeitfahren noch fünf Sekunden und zwei Plätze besser als Schleck, hinter dem er mit nur 12 Sekunden Abstand Gesamtzweiter wurde. Aufs Podium schaffte es zudem noch Schlecks dänischer Teamkollege Jacob Fuglsang. Gesink fiel gar auf Platz fünf zurück, noch hinter Steve Morabito (BMC Racing Team), der seine Position unter den ersten drei nur um sechs Sekunden abgeben musste. Tagessieger Martin verbesserte sich noch auf Rang sechs, zwei Positionen vor dem zweitbesten Deutschen Klöden. In der Mannschaftswertung siegte Saxo Bank (Plätze eins, drei, elf und vierzehn in der Gesamtwertung) vor RadioShack (Plätze zwei, acht und neun), die beide einen starken Eindruck hinterließen.

BMC blickt auf erfolgreiche Tage zurück
Als vollen Erfolg darf das US-schweizerische BMC Racing Team die Tour de Suisse verbuchen. Morabito verpasste zwar noch das Podium, Gesamtrang vier ist aber aller Ehren wert. Hinzu kommen die beiden Etappensiege von Marcus Burghardt und gleich drei gewonnene Sonderwertungen. Burghardt selbst entschied die Punktewertung für sich, Mathias Frank strich sowohl Berg- als auch Sprintwertung ein. Der nächstbeste Schweizer kommt aus den Reihen des Liquigas-Teams. Oliver Zaugg musste sich von seinem Platz unter den Top10 allerdings noch verabschieden, beendet die Rundfahrt als 13. Das Schweizer Cervélo TestTeam hingegen hatte in der Gesamtwertung gar nichts zu melden, kann Heinrich Hausslers Sieg auf der 2. Etappe als einzigen Erfolg verbuchen, der allerdings durch dessen schweren Sturz getrübt wurde.

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Tour de Suisse: Da Costa siegt als Solist, Rojas sorgt für Doppelsieg von Caisse d`Epargne

admin | 19. Juni 2010

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Foto und Copyright: Sabine Jacob

Autorin: Heike Oberfeuchtner, www.live-radsport.ch

Liestal, 19.06.10 – Auf der achten Etappe der Tour de Suisse haben die Sprinter die letzte Gelegenheit für eine Massenankunft nicht genutzt, zum wiederholten Mal ging der Sieg an einen Ausreißer. Rui da Costa setzte sich auf den letzten Kilometern aus der Fluchtgruppe des Tages ab und holte solo den ersten portugiesischen TdS-Etappensieg seit über 20 Jahren. Mit Joaquin Rojas Gil auf Platz zwei 15 Sekunden hinter Costa feierte Caisse d’Epargne sogar einen Doppelerfolg; der Spanier verwies mit den Belgier Maxime Monfort (HTC-Columbia) auf Rang drei. Robert Gesink (Rabobank), der im 1:16 Minuten zurückliegenden Hauptfeld das Ziel erreichte, verteidigte vor dem abschließenden Zeitfahren einmal mehr die Gesamtführung.

Neunköpfige Fluchtgruppe mit Milram- und Schweizer Beteiligung
Der Schwierigkeitsgrad der achten Etappe, die im gestrigen Zielort Wetzikon gestartet wurde, hielt sich in überschaubaren Grenzen. Auf den 172,4 Kilometern standen nur Bergwertungen dritter Kategorie an, allerdings gleich vier Stück davon und allein drei auf den letzten 55 Kilometern. Bei immer noch recht durchwachsener Wetterlage ging es für die verbliebenen Starter in westlicher Richtung nach Liestal, der Hauptstadt des Kantons Basel Land, nahe der deutschen Grenze. Aufgrund des Anfangstempos kam erst auf Höhe des Bonussprints in Winterthur (km 32) eine Fluchtgruppe zustande, die erfreulicherweise auch diesmal nicht ohne deutsche bzw. Schweizer Beteiligte war. Alessandro Vanotti (Liquigas-Doimo), Maxime Monfort (HTC-Columbia), Sandy Casar (Francaise des Jeux), die beiden Caisse d’Epargne-Profis Rui Faria da Costa und Jose Joaquin Rojas Gil, Tom Danielson (Garmin-Transitions), Lokalmatador Gregory Rast (Radioshack), Lars Petter Nordhaug (Sky Team) und Milram-Mann Gerald Ciolek hatten es sich zum Ziel gesetzt, die letzte mögliche Massenankunft der diesjährigen Tour de Suisse zu vereiteln. Wobei man bedenken muss, dass Ciolek und Rojas als exzellente Sprinter auch bei einem Durchkommen der Gruppe klar im Vorteil gewesen wären.

Ciolek und Rast fallen zurück. Abstand vergrößert sich dennoch
Im Verlauf des Rennens konnte man den Eindruck gewinnen, als sei das Hauptfeld unschlüssig, ob man die neun gewähren lassen oder einholen solle. Auf kuriose Weise pendelte der Vorsprung dauerhaft zwischen einer und zwei Minuten hin und her. Für das Gelbe Trikot von Robert Gesink (Rabobank) und das weiße Bergtrikot von Mathias Frank (BMC Racing Team) stellte jedenfalls keiner der Ausreißer eine unmittelbare Bedrohung dar. Im Wesentlichen unterstützten Lampre und Cervélo das Team des Führenden bei der Verfolgungsarbeit. Bis kurz vor der zweiten Bergwertung (Wittnauer Höhe) blieb die Gruppe zusammen. Als Erster musste Ciolek abreißen lassen, an der Wiesinger Höhe ca. 40 Kilometer vor Schluss erwischte es dann Gregory Rast. Aber auch ohne deutschprachige Unterstützung gaben die verbliebenen Flüchtlinge noch mal alles, erhöhten ihren Abstand erstmals auf über 2 Minuten. Auf der Liestaler Schlussrunde dann brannten die sieben ein Feuerwerk von Attacken ab. Auf Biegen und Brechen wurde versucht, die Konkurrenten zu distanzieren. Auch aus dem Feld heraus, wo viel ihre Chancen schwinden sahen, kam es zu Vorstößen, welche letztlich alle im Sande verliefen.

Da Costa und Rojas nehmen Monfort in die Zange. 5. portugiesischer Etappenerfolg
Die beiden Caisse d’Epargne-Fahrer Da Costa und Rojas Gil nutzten ihren taktischen Vorteil weidlich aus; Bayern-Rundfahrt-Gewinner Monfort, der ihnen noch am ehesten Paroli bieten konnte, blieb ohne Chance. Als Da Costa sich abzusetzen vermochte und der Belgier hinterherging, klebte Costas spanischer Teamkollege sofort wieder an Monforts Hinterrad. Wie nicht anders zu erwarten war, überspurtete Rojas Monfort am Ende noch mühelos, sodass für Letzterern nur Rang drei heraussprang. 15 Sekunden zuvor hatte Rui Alberto Faria da Costa sich über den ersten portugiesischen Tour de Suisse-Etappensieg seit 22 Jahren freuen können. 1988 war Agacio da Silva zuletzt erfolgreich gewesen; überhaupt verdankt Portugal ihm sowie Joaquim Agostinho alle vier bisherigen Topresultate. Die Reste der ehemaligen Spitzengruppe erreichten das Ziel mit etwas über 30 Sekunden Rückstand, 1:16 Minuten verbuchte das Feld, in dem Gesink als Zehnter mühelos die Gesamtführung verteidigte. An der Spitze des Hauptklassements änderte sich nichts, ebenso wenig wie bei den Sonderklassements, auch wenn Rojas mit dem zweimaligen Etappensieger Marcus Burghardt (BMC) in der Punktewertung gleichziehen konnte. Bester Deutscher des Tages war der ehemalige Leader Tony Martin (HTC-Columbia) auf Rang elf, unmittelbar dahinter platzierte sich mit Oliver Zaugg (Liquigas) der beste Schweizer.

Das knapp 27 km lange Zeitfahren der morgigen Abschlussetappe, bei dem Robert Gesinks Gesamtführung noch einmal auf die Probe gestellt wird, steigt im ersten Teil deutlich an und fällt dann ebenso deutlich zum Zielstrich hin ab. Schauplatz des Spektakels ist der heutige Ankunftsort Liestal.

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Burghardt gelingt sensationeller zweiter Ausreißer-Coup bei der Tour de Suisse. Feiertag für BMC Racing Team

admin | 18. Juni 2010

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10tds7_burghardt_lrFoto und Copyright: Sabine Jacob

Autorin: Heike Oberfeuchtner, www.live-radsport.ch

Wetzikon, 18.06.10 – Déja-vu bei der Tour de Suisse: Nur zwei Tage nach seinem ersten Ausreißersieg hat Marcus Burghardt (BMC-Racing Team) erneut im Solo eine Etappe gewinnen können, diesmal sogar nach einer Alleinfahrt von über 50 Kilometern. Der bald 27-jährige Deutsche beendete den siebten Abschnitt mit ca. einer Minute Vorsprung vor seinen ehemaligen Fluchtkollegen Oscar Freire (Rabobank) und Greg van Avermaet (Omega Pharma Lotto). In der Gesamtwertung behält Freires niederländischer Teamkamerad Robert Gesink die Nase vorne. Der Schweizer Mathias Frank, wiederum ein Mannschaftsgefährte Burghardts, der ebenfalls zur Spitzengruppe gehört und dies zur Übernahme des Bergtrikots ausgenutzt hatte, erreichte das Ziel als Sechster.

Am Tag nach der Königsetappe, auf der Tony Martin (HTC-Columbia) das Gelbe Trikot verloren und Robert Gesink (Rabobank) sich an die Spitze der Gesamtwertung gesetzt hatte, stand heute mal wieder ein Abschnitt mit Verdacht auf Massensprint-Entscheidung an. Mit über 200 Kilometern war die Länge dabei nicht unbeträchtlich. Von Savognin aus ging es in nördlicher Richtung über zunächst beständig abfallendes Terrain, bevor hinauf nach Wildhaus ein happiger Anstieg (Kat.2, 6,5-15 % auf 9,1 km) lauerte. Der zweite Teil nach der Abfahrt war dann hügelig, umfasste eine Bergwertung dritter Kategorie und endete mit einem Rundkurs um den Zielort Wetzikon, eine der größten Städte des Kantons Zürich, auf dem ebenfalls noch einmal eine Bergwertungs-relevante Erhebung zu absolvieren war. Im strömenden Dauerregen gelang es trotz einiger Versuche auf den ersten 50 Kilometern niemandem, eine Flucht zu initiieren, sodass der erste Bonussprint bei Chur aus dem Feld heraus entschieden wurde. Dort schon als Dritter mit vorne dabei: der spätere Etappensieger.

Hochkarätige Fluchtgruppe, spät gebildet. Frank kämpft um Bergwertungstrikot
Kurz darauf ging endlich eine Gruppe – und was für eine! Sie umfasste nicht weniger als 16 Fahrer – wobei Liquigas, BMC Racing und Rabobank je zwei Mal repräsentiert waren – und wartete mit einigen klingenden Namen auf. Neben dem vorvorjährigen Tour-de-France-Etappensieger Marcus Burghardt (BMC Racing Team) beteiligten sich u. a. der dreifache Weltmeister Oscar Freire (Rabobank), der dänische Meister Matti Breschel (Saxobank), Montepaschi-Sieger Maxim Iglinskiy (Astana), Omloop het Nieuwsblad-Gewinner Juan Antonio Flecha (Sky), der in dieser Saison schon dreifache Rundfahrt-Gesamtsieger Luis Leon Sanchez (Caisse d’Epargne) und die als starke Sprinter bekannten Mark Renshaw (HTC) sowie Greg van Avermaet (Omega). Nicht vergessen werden darf der Schweizer Mathias Frank, Burghardts Teamkollege, der es von vornherein auf eine Eroberung der Bergwertung abgesehen hatte. In Abwesenheit des vor der Etappe Führenden Wouter Poels (Vacansoleil) sammelte Frank bis zum Ende insgesamt 11 Punkte und wird daher morgen in Weiß an den Start gehen.

Burghardt hat erneut den richtigen Riecher für eine Attacke
Da keiner der Flüchtlinge eine akute Gefahr für Gesinks Gesamtführung darstellte und überdies viele Teams vorne vertreten waren, ließ man die Ausreißer gewähren. Nach der Wildhauser Gipfelpassage betrug der Vorsprung schon über fünf Minuten. Noch vor der nächsten Bergwertung und das heißt bei noch über 50 zu fahrenden Kilometern erfolgte der geschickte Angriff von Marcus Burghardt, der bereits auf Etappe Nr. 5 den richtigen Riecher für eine Solo-Attacke aus einer Spitzengruppe gehabt hatte, die sich damals aber nur wenige hundert Meter vor dem Ziel befand. Relativ schnell vergrößerte er den Abstand zu seinen ehemaligen Begleitern, deren Nachführarbeit daran krankte, dass man sich nicht einig war. An den nächsten Anstiegen zerfiel die 15-Mann-Gruppe zudem immer mehr und auch ein etwas ehrgeizigerer Verfolgungsversuch von Sanchez, dem Frank, Freire, Van Avermaet und Manuel Quinziato (Liquigas) sich anschlossen, war nicht von Erfolg gekrönt. Unterdessen hatte das Peloton die Sache aufgegeben; Rabobank verwaltete nur noch den Status quo.

Tradition deutscher Etappensieger in Wetzikon wird fortgesetzt
Mit einem Vorsprung von genau einer Minute und einer Sekunde feierte Marcus Burghardt, der Ende des Monats 27 Jahre alt wird, somit den zweiten Ausreißersieg innerhalb von 48 Stunden, diesmal aber ohne jede Hektik. An einem Tag, an dem die Nationalkicker bei der Fuball-Weltmeisterschaft eine unglückliche Niederlage erlebten, konnte sich Deutschland somit immerhin schon über den dritten schwarz-rot-goldenen Tour-de-Suisse-Etappensieg 2010 freuen. Ein Blick in die Geschichte zeigt jedoch, dass Burghardts Triumph fast zu erwarten war, denn zweimal war Wetzikon bereits Zielort der Schweizer Rundfahrt und beide Male durfte hier ein Deutscher jubeln: Hans Junkermann 1959 und Rolf Aldag 1997.
Den Sprint der nächsten Verfolger um Rang zwei gewann der Spanier Freire vor dem Belgier Van Avermaet und dem Italiener Quinziato. Mit sieben weiteren Sekunden Rückstand wurden Freires Landsmann L.L. Sanchez und Lokalmatador Mathias Frank auf 5 und 6 gewertet. Dahinter tat sich zu Flecha, Breschel und weiteren Ausreißern ein Loch von dreieinhalb Minuten auf.

BMC führt in allen Einzel-Wertungen… außer der um Gelb
Das Peloton verlor exakt fünf Minuten auf Burghardt, worüber Robert Gesink aber nur mit den Schultern zucken konnte. Der Niederländer hielt sich als 19-ter schadlos und führt weiterhin die Gesamtwertung an, 29 Sekunden vor Rigoberto Uran (Caisse d’Epargne). Steve Morabito bleibt weiterhin Gesamtdritter mit + 36 Sek. und rundet den für das amerikanisch-schweizerischen BMC Teams rundum gelungenen Tag passend ab. Neben dem Etappensieg und der Übernahme des Bergtrikots kann man sich nämlich auch über die Führung in der Sprintwertung freuen, welche ebenfalls auf das Konto von Frank geht, der sich bei den beiden Wertungssprints insgesamt 4 Zähler sicherte. Der zweimalige Etappensieger Burghardt übernahm die Punktewertung von Marco Marcato (Vacansoleil). Außerdem gewinnt BMC die Tagesmannschaftswertung – gesamt an der Spitze liegt weiterhin Saxobank.
Fünf Aufgaben wurden im Laufe der Etappe vermeldet, darunter gleich zwei Männer von Omega Pharma, nämlich Leif Hoste und – man höre und staune – der als Mit-Favorit gestartete Philippe Gilbert.

Die morgige achte Etappe, der nur noch das abschließende Zeitfahren folgt, stellt gegenüber der heutigen noch einmal eine Vereinfachung dar, der Anspruch der Bergwertungen beschränkt sich auf die dritte Kategorie. Gut möglich dass wir am Ende der 172 Kilometer zwischen Wetzikon und Liestal doch noch einmal einen Massensprint erleben.

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Robert Gesink gewinnt Königsetappe der Tour de Suisse und übernimmt Gelbes Trikot

admin | 17. Juni 2010

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10tds6_gesink_lrFoto und Copyright: Sabine Jacob

Autor: Felix Griep, www.live-radsport.ch

La Punt, 17.06.2010 – Es war der Tag des Robert Gesink (Rabobank). Der 24-jährige Niederländer gewann die Königsetappe der Tour de Suisse und eroberte darüber hinaus auch das Gelbe Trikot. Gesink setzte sich am Albulapass ab und kam nach der finalen Abfahrt mit 42 Sekunden Vorsprung auf eine achtköpfige Verfolgergruppe ins Ziel. In der Gesamtwertung führt er nun 29 Sekunden vor Rigoberto Uran (Caisse d’Epargne). Die Schweizer Steve Morabito (BMC Racing Team) und Oliver Zaugg (Liquigas) verbesserten sich auf die Plätze drei und acht, während der bisherige Leader Tony Martin (HTC-Columbia) aus den Top10 herausfiel.

Poels schlägt Frank im Duell ums Bergtrikot
Die 6. Etappe war mit 213,3 Kilometern die längste der Rundfahrt, Zeit zum gemütlichen Einrollen gab es aber nicht. Direkt ging es den ersten von drei großen Anstiegen hinauf, welche sich auf satte 4761 Höhenmeter summierten. Am Sustenpass bildete sich eine große Gruppe von 13 Fahrern, zu denen als einer der Letzten der Schweizer Mathias Frank (BMC Racing Team) hinzustieß. Francesco Gavazzi (Lampre) war als 17. der Gesamtwertung der gefährlichste der Ausreißer, Euskaltel war mit zwei, Vacansoleil sogar mit drei Mann dabei. Einer von denen, Wouter Poels, übersprintete Frank auf dem Gipfel und holte den Sieg an der Bergwertung. Eine gute Stunde später, nach langer Abfahrt und ebenso langem Aufstieg zum Oberalppass konnte sich Poels erneut vor Frank klassieren und nahm ihm damit die Führung im Bergklassement ab. Das Weiße Trikot sollte aber nur eine erste Trophäe für die Niederlande sein.

Gesink fährt am Albulapass allen davon
Das Hauptfeld verhielt sich lange ruhig, bis es allmählich Richtung Albulapass hinauf ging. 39 Kilometer vor dem Ziel wurde es auf ungewöhnliche Art gestoppt – eine geschlossene Bahnschranke brachte der Spitzengruppe einen Gewinn von etwa einer Minute ein. Dennoch schmolz der Abstand von einst gut sechs Minuten schnell, als es steiler wurde. Die Spitzengruppe zerfiel und Brice Feillu (Vacansoleil), der Soloflüchtling der 4. Etappe, übernahm die Führung im Rennen. Amets Txurruka (Euskaltel) und Juan Manuel Garate (Rabobank) schlossen jedoch wieder zu dem Franzosen auf. Dann war es aber soweit, dass die ersten Topfahrer aus dem Feld hinzukamen. Der besonders aktive Andy Schleck (Saxo Bank) und Robert Gesink (Rabobank) schlossen auf und der Niederländer forcierte nach kurzer Unterstützung durch seinen Teamkollegen drei Kilometer vor dem Gipfel das Tempo. Gesink setzte sich immer weiter ab und stürmte den mit 2315 Meter höchsten Berg der diesjährigen Tour de Suisse. Die ersten Verfolger hatten dort bereits eine Minute Rückstand, Tony Martin (HTC-Columbia) das doppelte. Das Gelbe Trikot war da schon lange verloren.

Morgen werden die Berge wieder kleiner, es gibt aber dennoch genug Anstiege, drei davon mit einer Bergwertung, die im Finale der 7. Etappe das Rennen auseinander reißen können.

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Marcus Burghardt schlägt zwei Mitausreißer auf 5. Etappe der Tour de Suisse

admin | 16. Juni 2010

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10tds5_burghardt_lrFoto und Copyright: Sabine Jacob

Autor: Felix Griep, www.live-radsport.ch

Frutigen, 16.06.2010 – Zum ersten Mal bei dieser Tour de Suisse haben Ausreißer reüssiert. Im Berner Oberland sorgte Marcus Burghardt (BMC Racing Team) für den zweiten deutschen Tagessieg, nachdem er kurz vor der Flamme Rouge seine Begleiter Martijn Maaskant (Garmin-Transitions) und Daniel Oss (Liquigas) abhängte. Vor der morgigen Königsetappe blieb die das Gelbe Trikot von Tony Martin (HTC-Columbia) unangetastet.

Nachwehen der gestrigen Etappe: Ausfälle und Proteste
Die 172,5 Kilometer von Wettingen nach Frutigen begannen ungewöhnlich mit zweiminütiger Verspätung. Es gab einen Fahrerprotest gegen Mark Cavendish (HTC-Columbia), dem die Schuld am schweren Sturz gestern gegeben wird. Für das Verlassen der Linie im Sprint erhielt der Brite auch von der Jury eine Strafe von 200 Schweizer Franken, 25 Punkten Abzug und 30 Sekunden. Die Meinungen über das Geschehen gehen dennoch weit auseinander und man kann Cavendish wohl nicht die alleinige Schuld geben. Vier Fahrer konnten in Folge des Sturzes nicht mehr weiterfahren. Neben dem unmittelbar an der Sturzentstehung beteiligten Heinrich Haussler (Cervélo TestTeam) waren dies Lloyd Mondory und José Luis Arrieta (beide Ag2r) sowie Arnaud Coyot (Caisse d’Epargne), den es mit Brüchen in Unterarm und Hand wohl am härtesten traf.

Drei von fünf Ausreißern bleiben übrig, Euskaltel mit zwei Trikots
Nachdem der Start dann erfolgt war dauerte es nicht lange, bis sich fünf Fahrer zusammenschlossen und davonfuhren. Nur zwei sah das Feld später wieder. Einziger Deutschsprachiger war Marcus Burghardt (BMC Racing Team), an dessen Seite Daniel Oss (Liquigas), Angelo Furlan (Lampre), Javier Aramendia (Euskaltel) und Martijn Maaskant (Garmin-Transitions) fuhren. In der Gesamtwertung waren sie absolut ungefährlich, dennoch ließ man sie nicht so weit weg wie Gruppen an den vorangegangenen Tagen. Die meiste Zeit der Etappe pendelte der Abstand zwischen drei und vier Minuten. Die erste Bergwertung der zuvor schon nicht flachen Strecke gewann gut 50 Kilometer vor dem Ziel der Italiener Oss. Für Aitor Hernandez (Euskaltel) im Weißen Trikot bestand aber keinerlei Bedrohung. Anders stand es um das Blaue Trikot von Steve Morabito (BMC Racing Team), das der Schweizer abgeben musste. Hernandez‘ Teamkollege Aramendia gewann nach der Abfahrt beide Zwischensprints und holte das zweite Sondertrikot in die Reihen der Basken. Aramendia und Furlan waren es, die im Anstieg zur zweiten Bergwertung nach Aeschi nicht mehr mitgehen konnten und bald darauf ins Feld zurückfielen.

Burghardt mit dem richtigen Antritt, Martin weiter in Gelb
Die Bergwertung in Aeschi passierten Oss, Maaskant und Burghardt in dieser Reihenfolge mit noch etwas über einer Minute Vorsprung zum Feld, das den Rückstand auf den letzten zehn Kilometern nicht mehr aufholen konnte. Die ersten erfolgreichen Ausreißer der Rundfahrt hielten lange zusammen, kurz vor der Flamme Rouge platzierte dann aber Burghardt seine Attacke. Die anderen beiden konnten dem nichts entgegensetzen und waren von dem langen Tag im Regen zu geschafft, das Loch noch zu schließen. Burghardt beendete eine fast zwei Jahre andauernde Durststrecke, seit der 18. Etappe der Tour de France 2008 hatte er kein Rennen mehr gewinnen können. Maaskant kam auf den zweiten, Oss auf den dritten Platz, das noch 60 Fahrer umfassende Hauptfeld wurde nach 47 Sekunden von Robbie McEwen (Katusha) ins Ziel geführt. Die Top10 der Gesamtwertung waren alle darin und so gab es keine Veränderungen. Auf der morgigen Königsetappe (siehe unten) wird Tony Martin (HTC-Columbia) zum dritten Mal das Gelbe Trikot tragen.

Das morgige 6. Teilstück ist in jeder Hinsicht die Königsetappe der Tour de Suisse. Mit 213,3 Kilometer Länge und 4761 Höhenmeter übertrifft sie alle anderen Tagesabschnitte. Zu Beginn der Etappe geht es über den Sustenpass (2224 Meter) und den Oberalppass (2046 Höhenmeter), zehn Kilometer vor dem Ziel über den Albulapass (2315 Meter), das “Dach” der Rundfahrt. Bei kaltem und nassen Wetter muss morgen mit Schneeregen und allgemein widrigen Bedingungen gerechnet werden.

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4. Etappe Tour de Suisse: Massensturz beim Sprintfinale, Petacchi wird zum Sieger

admin | 15. Juni 2010

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Foto und Copyright: Sabine Jacob

Autor: Felix Griep, www.live-radsport.ch

Wettingen, 15.06.2010 – Der auf der 4. Etappe der Tour de Suisse erwartete Massensprint war in vollem Gange, als Mark Cavendish (HTC-Columbia) und Heinrich Haussler (Cervélo TestTeam) um den Sieg kämpfend miteinander kollidierten und einen Massensturz auslösten, der viele folgende Fahrer zu Boden riss. Alessandro Petacchi (Lampre) blieb verschont und fuhr als Sieger über die Ziellinie. Tony Martin (HTC-Columbia) behält das Gelbe Trikot.

Cavendish und Haussler lösen Sturz aus, Petacchi wird Erster
Nach gut 190 Kilometern bog das Feld auf die Zielgerade in Wettingen ein und eröffnete den sprint royale. Hundert Meter vor dem Ziel lag Gerald Ciolek (Team Milram) an der Spitze, von rechts überholte ihn Mark Cavendish (HTC-Columbia), von links Heinrich Haussler (Cervélo TestTeam). Der Brite, der vorher schon einen Schwenker fuhr, zog nach innen, Haussler fuhr ebenfalls nicht ganz gerade, ihre Oberkörper berührten sich und dann gingen beide in vollem Tempo zu Boden. Die folgenden Fahrer um Ciolek stürzten daraufhin natürlich auch und sofort war die ganze Straße blockiert. Wenige Fahrer hatten Glück, befanden sich zu diesem Zeitpunkt ganz an der Seite und kamen gerade noch unbeschadet durch. So kam Alessandro Petacchi (Lampre) zu einem völlig überraschenden Sieg, den er auch einige Zeit später bei der Siegerehrung nicht genießen konnte. Matti Breschel (Saxo Bank) wurde Zweiter, Marco Marcato (Vacansoleil) übernahm als Dritter die Führung in der Punktewertung von Haussler.

Feillu lange Alleinunterhalter, Attacken im Finale ohne Erfolg
Dabei begann die Etappe noch ruhig, ja fast langweilig, mit einem Solo des Franzosen Brice Feillu (Vacansoleil) über 155 Kilometer. Kurz nach dem Start hatte sich der Sieger der Tour-Etappe 2009 nach Andorra abgesetzt und mangels Mitstreitern einen recht einsamen Tag erlebt. Fast zehn Minuten Vorsprung bekam Feillu, bevor HTC-Columbia mit der Verfolgung begann. Bei der ersten Zielpassage fuhr er noch vier Minuten voraus. Der zweimal zu fahrende 28,5 Kilometer lange Rundkurs um Wettingen führte zwei Kilometer über den Anstieg nach Regensburg, an dem Feillu natürlich viel Zeit einbüßte. Kurz nach Beginn der letzten Runde wurde er gestellt. Wieder gab es zahlreiche Angriffe von Fahrern, die an jeder kleinen Steigung versuchten, den Sprinter ein Schnippchen zu schlagen. Bis auf wenige Fahrer, die zurückfielen, blieb aber alles zusammen. Drei Kilometer vor dem Ziel versuchte es Philipp Gilbert (Omega Pharma-Lotto), an der Flamme Rouge Allan Davis (Astana) und daraufhin nochmals Gilbert, ohne jedoch den Sprint verhindern zu können. In dem kam es dann zu der fatalen Kollision zwischen Cavendish und Haussler, die wohl für einige Fahrer mit schwereren Verletzungen das Aus bei der Tour de Suisse bedeuten wird. Einziger offizieller Ausfall des Tages war aber zunächst Michael Rogers (HTC-Columbia), der sich mit einem speziellen Höhentrainingslager auf die Tour de France vorbereiten will.

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Tour de Suisse: Frank Schleck gewinnt 3. Etappe, Martin nimmt Cancellara Gelb ab

admin | 14. Juni 2010
 
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Autor: Felix Griep, www.live-radsport.ch

Schwarzenburg, 14.06.2010 – Der letztjährige Zweite Tony Martin (HTC-Columbia) hat Fabian Cancellara das Leadertrikot der Tour de Suisse abgenommen. Eine kleine Lücke in der Favoritengruppe reichte aus, dass der junge Deutsche nach der Mini-Bergankunft in Schwarzenburg den Titelverteidiger im Gesamtklassement um eine Sekunde überholte. Saxo Bank durfte sich aber dennoch freuen, da Frank Schleck diese 3. Etappe mit einem Angriff kurz vor dem Ziel gewann.

Feld lässt Ausreißer 15 Minuten weg, holt sie aber zurück
Das fast 200 Kilometer lange Teilstück begann im gestrigen Zielort Sierre und führte im ersten Drittel komplett flach dahin. Diesen Abschnitt nutzten Jussi Veikkanen (Francaise des Jeux), Alexandre Pliuschin (Katusha) und Ermanno Capelli (Footon-Servetto) zu einer Flucht, die bedrohliche Ausmaße annehmen sollte. Bereits mit großem Vorsprung kletterte das Trio tausend Höhenmeter den Col des Mosses hinauf, auf dem es eine Viertelstunde vor dem Feld ankam, das wie schon gestern am Simplonpass größtenteils zusammen blieb. Saxo Bank allein wollte den riesigen Rückstand nicht aufarbeiten, so dass in der Folge vor allem Omega Pharma-Lotto und das Cervélo TestTeam ackerten. Nach der Abfahrt ging es dann auch recht schnell, den drei Ausreißern merkte man auch durch Gegenwind bedingt, die Erschöpfung an. 40 Kilometer vor Schluss betrug der Abstand keine vier Minuten mehr und Valeriy Dmitriyev (Astana) sorgte für die erste von unzähligen Attacken in einem sehr animierten Rennfinale über bergiges Terrain. Als es erstmals den Anstieg hinauf ging, der zum Ziel führte, blieb von den Ausreißern nur noch Pliuschin übrig.

Pliuschin erobert das Bergtrikot, große Gruppe im Schlussanstieg
Im Ziel lag der Moldauer Pliuschin noch etwas mehr als eine Minute vor dem Hauptfeld und rettete sich noch ein Stück weiter über die bald folgende Bergwertung. Nachdem er schon Erster auf dem Col des Mosses war, übernahm er damit das Weiße Bergtrikot von Mathias Frank (BMC). 21 Kilometer vor Schluss war seine Flucht dann beendet. Wie schon zuvor gab es viel Bewegung an der Spitze des Feldes, vor dem sich immer neue Gruppen formierten. Soloangriffe schienen aber fast noch effektiver, so lag auch Michael Albasini (HTC-Columbia) eine Zeit lang wenige Sekunden in Führung. Absetzen konnte sich trotz unzähliger Versuche jedoch niemand und so kamen rund 50 Fahrer gemeinsam wieder zum kleinen Schlussanstieg. 1300 Meter ging es fast 10% hinauf, woran sich aber noch 900 flache Meter anschlossen. Tony Martin (HTC-Columbia) versuchte die Konkurrenz seinem Tempodiktat zu unterwerfen und konnte einmal sogar ein paar Meter davon kommen. Dann spielte aber Saxo Bank eine seiner vielen Karten, stellte die Verteidigung des Gelben Trikots von Fabian Cancellara zurück und ließ Frank Schleck attackieren, dessen explosiver Antritt schnell ein Loch riss.
Schleck und Martin heißen die Gewinner der Etappe
Nachdem er bei der Luxemburg-Rundfahrt zwar eine Etappe gewann, den Gesamtsieg aber um eine Sekunde verpasste, gelang dem Älteren der Schleck-Brüder ein eindrücklicher Sieg. Er setzte sich nach seinem Antritt wenige Meter vor der der Flamme Rouge knapp vor Rigoberto Uran (Caisse d’Epargne) durch, der ihn fast noch eingeholt hätte. Mit Bauke Mollema (Rabobank) an der Spitze bekam die nächste Gruppe, zu der auch Martin gehörte, drei Sekunden Rückstand angerechnet. Cancellara wurde 18. in der nächsten, die zwar auch nur sieben Sekunden verlor, welche für den Gelb-Träger aber zu viel waren. Mit einer einzigen Sekunde Vorsprung übernahm Martin die Leaderposition von Cancellara. Die Freude über den Etappensieg verdrängte bei Saxo Bank aber die Trauer über den Verlust von Gelb weitgehend. Der vorherige Gesamtzweite Roman Kreuziger (Liquigas) lag gut zwei Minuten zurück, wodurch nun Thomas Lövkvist (Team Sky) mit neun Sekunden Rückstand auf einen Podiumsrang rutschte. In der Gesamt- und Bergwertung gab es zwar Wechsel, die anderen Klassemente blieben an der Spitze aber unverändert. Heinrich Haussler (Cervélo) bleibt Punktbester und damit im weißen Trikot mit den roten Punkten, Matthias Russ (Team Milram) behält das Blaue Leibchen der Sprintwertung.

 

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Tour de Suisse: Haussler siegt auf 2. Etappe, Cancellara bleibt in Gelb

admin | 13. Juni 2010

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Foto und Copyright: Sabine Jacob

Autor: Felix Griep, www.live-radsport.ch

Sierre, 13.06.2010 – Am Ende der 2. Etappe der Tour de Suisse, die durch einen kleinen aber aggressiv gefahrenen Anstieg kurz vor Schluss geprägt wurde, siegte Heinrich Haussler (Cervélo TestTeam) im Sprint eines dezimierten Feldes. Pablo Urtasun (Euskaltel), Marco Marcato (Vacansoleil) belegten in Abwesenheit vieler zurückgefallener Topsprinter die nächsten Plätze. In der Gesamtwertung führt weiterhin Fabian Cancellara (Saxo Bank), Mathias Frank (BMC) und Matthias Russ (Milram) verdienten sich als Ausreißer Lorbeeren.

Ausreißergruppe mit Fraak und Russ erklimmt den Simplonpass
Am regnerischen zweiten Tag der Tour de Suisse zeigte sich, das große Pässe absolut langweilig sein, kleine Anstiege dafür aber vollauf entschädigen können. Gleich nach dem Start griff der Niederländer Joost Van Leijen (Vacansoleil) an und brachte mit dieser ersten Attacke eine Fünfergruppe vom Feld weg. Neben dem Russen Pavel Brutt (Katusha) und dem Basken Aitor Hernandez (Euskaltel) waren erfreulicherweise mit Matthias Russ (Milram) und Mathias Frank (BMC) auch Vertreter aus Deutschland und der Schweiz dabei. Nachdem es eine Stunde über italienischen Boden ging, erreichte das Quintett zur Mitte der Etappe nach 40 Kilometer langer Kletterpartie auf 2005 Metern Höhe den Gipfel des Simplonpasses, wo Hernandez im Sprint um die Bergpunkte gegen Frank die Oberhand behielt. Das Feld überquerte den Riesen nach 1700 Höhenmetern geschlossen, ohne besondere Ereignisse. Auch die regennasse Abfahrt, bei der teils wegen Nebel die Sicht stark eingeschränkt war, führte zu keiner Veränderung der Rennsituation. Fabian Cancellara und seine Teamkollegen von Saxo Bank holten im Flachen dann etwas vom Rückstand auf, bis HTC-Columbia übernahm und auf eine Sprintankunft für den im letzten Jahr zweifachen Etappensieger Mark Cavendish hinarbeitete.

Attacken am zweiten Anstieg werfen viele Sprinter zurück
Die weithin erwartete geschlossene Ankunf sollte aber nicht zustande kommen, dafür sorgte der Anstieg nach Valençon (rund 4,5 km à 6%) unweit des Ziels. In der Spitzengruppe, deren Vorsprung 17 Kilometer vor dem Ziel unter zwei Minuten gefallen war, attackiert sofort als sich die Straße anhob Frank, dann Brutt und die beiden fuhren gemeinsam bis zur Bergwertung. Die gewann Frank, womit der junge Schweizer sich das Bergtrikot sicherte. Russ folgte nur nach wenigen Sekunden und kam in der Abfahrt wieder vorne hin. Van Leijen und Hernandez fielen wieder ins Feld zurück, aus dem munter attackiert wurde, zuerst vom 38-jährigen Alexandre Moos (BMC). Absetzen konnte sich letztlich zwar keiner, aber vielen Sprintern war der Berg dann doch zu schwer und das Feld war oben deutlich kleiner geworden. Das verbliebene Ausreißertrio wurde dreitausend Meter vor dem Ende eingeholt, auch Brutt konnte das mit einer letzten verzweifelten Tempoverschärfung nicht verhindern. So kam es zur Ankunft eines Feldes, das aber nur noch 66 der 167 Starter umfasste.

Haussler holt im Sprint ersehnten Heimsieg für Cervélo
Rabobank übernahm im Finale das Kommando für den dreifachen Weltmeister Oscar Freire, auf dem winkligen letzten Kilometer konnten sie ihren Zug aber nicht optimal aufbauen. Auf leicht ansteigender Zielgerade wurde Freire nur Vierter, den Sieg holte sich einer, der in diesem Jahr bisher mehr durch Verletzungen auffiel. Heinrich Haussler, der letztes Wochenende Dritter des GP Aargau wurde, bescherte dem Schweizer Cervélo TestTeam einen wichtigen Heimerfolg, welcher der Mannschaft in ihrem Premierenjahr 2009 nicht gelungen war. Auch bei der Tour de Romandie war man zweimal vergeblich einem Etappensieg nachgejagt. Den bisher einzigen Cervélo-Sieg auf Schweizer Boden hatte Ignatas Konovalovas im März letzten Jahres beim kleinen Giro del Mendrisiotto erreicht. Haussler besiegte mit einem starken Finish Pablo Urtasun (Euskaltel) und Marco Marcato (Vacansoleil), die sich mit den Plätzen zwei und drei begnügen mussten. Gerald Ciolek (Milram) kam als zweitbester Deutscher auf den fünften Rang. Fabian Cancellara (Saxo Bank), Roman Kreuziger (Liquigas) und Tony Martin (HTC-Columbia) waren souverän und behalten die ersten Positionen der Gesamtwertung. Der Zeitfahr-Vierte Peter Sagan (Liquigas) verlor hingegen wie viele andere Fahrer reichlich Zeit.

Alle Wertungen in Hand deutschsprachiger Fahrer
Fabian Cancellara verteidigte mit offensiver und achtsamer Fahrweise, immer in den ersten Positionen des Feldes, das Gelbe Trikot und wird es morgen nach Schwarzenburg in seinen Heimatkanton Bern tragen. Auch in allen anderen Ranglisten liegen Fahrer aus der Schweiz oder Deutschland vorne. Haussler hat durch seinen Etappensieg die Führungsposition in der Punktewertung eingenommen, bekam für seinen Erfolg mehr Punkte als Cancellara für seinen gestrigen im Zeitfahren. Frank konnte einen Punkt mehr sammeln als Hernandez und trägt damit morgen das Bergtrikot. Sein Fluchtbegleiter Russ war bei den Zwischensprints zum Ende des Tages am erfolgreichsten und führt somit die separate Sprintwertung an.

Die morgige 3. Etappe hat so einiges gemeinsam mit dem heutigen Teilstück. Der schwerste Anstieg, der Col des Mosses, wird schon in der ersten Rennhälfte überquert, das Etappenfinale wird mit einem ständigen Auf und Ab aber erneut für viele Angriffe sorgen.

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Tour de Suisse: Cancellara gewinnt Auftaktzeitfahren vor Kreuziger

admin | 12. Juni 2010

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Foto und Copyright: Sabine Jacob

Autor: Felix Griep, www.live-radsport.ch

Lugano, 12.06.2010 – Das Zeitfahren zum Auftakt der 74. Tour de Suisse wurde zu einem Zweikampf ihrer beiden letzten Gesamtsieger. Dabei setzte sich Fabian Cancellara (Saxo Bank) im Weltmeistertrikot 1,12 Sekunden vor Roman Kreuziger (Liquigas) durch. Nur Tony Martin (HTC-Columbia) und Peter Sagan (Liquigas) konnten mit diesen beiden mithalten.

Sagan legt die Messlatte höher
Wieder mit einem Prolog begann die Tour de Suisse, auch wenn dieser offiziell als “1. Etappe” getarnt war. 7,6 Kilometer lang war der Kurs durch Lugano, der im ersten Teil über einen nicht leichten Anstieg (etwa 2 km à 7%) führte. Der Unterschied zwischen Bergspezialisten und Abfahrtkünstlern machte sich bei vielen Fahrern bemerkbar, deren Platzierungen bei der Zwischenzeit und im Ziel weit auseinander lagen. 23 Minuten bevor Topfavorit Fabian Cancellara (Saxo Bank) im Ziel erwartet wurde, düpierte dort Youngster Peter Sagan (Liquigas) die Konkurrenz und verwies den bis dahin führenden Dries Devenyns (Quick Step) um sechs Sekunden auf den zweiten Platz. Die Zeit des 20-Jährigen sollte sich als wahre Richtmarke erweisen. Als Tony Martin (HTC-Columbia) an die Zwischenzeit kam, war er dort zehn Sekunden schneller als Sagan, der aber in der Abfahrt viel stärker war. Nur 14 Hundertstel seines Vorsprungs behielt die deutsche Nachwuchshoffung Martin, der im letzten Jahr Gesamtzweiter der Schweizer Rundfahrt war. Er wurde aber gleich wieder von Sagans Teamkollegen Roman Kreuziger verdrängt, der aus vier Sekunden Rückstand an der Zwischenzeit noch zwei Sekunden Vorsprung machte. Auftritt Fabian Cancellara.

Cancellara düst in der Abfahrt zum Sieg
In seinem Weltmeisterstrikot und unter dem Beifall der Zuschauer ging Fabian Cancellara als Letzter der 167 Fahrer auf den Parcours. Nach seinem Double Flandern-Roubaix hatte sich der Berner gezielt auf seinen zweiten Saisonhöhepunkt vorbereitet, die Tour de Suisse und die anschließende Tour de France. Bergauf teilte er sich seine Kräfte gut ein und kam mit acht Sekunden Rückstand auf Martin an der Zwischenzeit vorbei, war da noch Sechster. Bergab legte er aber alle seine Rollerqualitäten in die Waagschale und setzte sich noch an die Spitze, holte 1,12 Sekunden vor Kreuziger den Sieg. Der Gewinner der Tour de Suisse 2009 schlägt den Gewinner der Tour de Suisse 2008, genau wie schon im letzten Jahr. Insgesamt war es Cancellaras achter Etappensieg bei seiner Landesrundfahrt, der sechste davon im Zeitfahren. Sieht man von dem 2008 durch Kreuziger gewonnenen Bergzeitfahren auf den Klausenpass ab, hat Cancellara die letzten fünf Kämpfe gegen die Uhr bei der Tour de Suisse allesamt für sich entschieden.

Devenyns führt abgeschlagenen Rest an
Hinter dem überragenden Quartett Cancellara, Kreuziger, Martin und Sagan blieb der Rest des Feldes weit zurück. Devenyns hat als Fünfter bereits zehn Sekunden Rückstand. Ihm folgte der Schwede Gustav Erik Larsson, der nach seinem Sieg beim Abschlusszeitfahren des Giro d’Italia auch heute eine Zeitlang in Führung lag. Auf Platz acht kam Manuel Quinziato, der als dritter Liquigas-Fahrer unter den Top10 den Tagessieg seines Teams in der Mannschaftswertung vollendete. Bester Deutscher wurde Matthias Russ, der mit 19 Sekunden mehr Fahrzeit als Cancellara den 18. Rang erreichte. Direkt hinter ihm platzierte sich Steve Morabito (BMC Racing Team), der zweitbeste Schweizer. Die Nummer drei der Gastgeber war sein Teamkollege Alexandre Moos auf Platz 22.

Auf der 2. Etappe wartet schon der erste große Berg auf die Fahrer, der Simplonpass. Vom Startort Ascona aus führt die Strecke erst ein Stück durch Italien, ehe es auf den 2005 Meter hohen Anstieg geht. Die zweite Hälfte der 167,5 Kilometer weißt dann nur noch eine kleine Schwierigkeit, eine Bergwertung der 3. Kategorie unweit des Ziels, auf.

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