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Giro-Mannschaftszeitfahren: Garmin holt den Sieg und Navardauskas bekommt Rosa

admin | 10. Mai 2012
Foto: Sabine Jacob

Foto: Sabine Jacob

Autor: Felix Griep, www.live-radsport.ch

Verona, 09.05.2012 – Zum ersten Mal in der Geschichte der Italien-Rundfahrt bekam ein Litauer das Rosa Trikot übergestreift. Ramunas Navardauskas gewann mit Garmin-Barracuda das Mannschaftszeitfahren und hat daraufhin vor drei seiner Teamkollegen die Spitze des Gesamtklassements erklommen. Für Taylor Phinney (BMC Racing Team) war die Verteidigung der Führung außer Reichweite, der junge US-Amerikaner ließ den Zuschauern aber auch auf der 4. Etappe wieder einmal mit einer brenzligen Situation den Atem stocken. Zweitbestes Team des Tages war Katusha, was Joaquin Rodriguez einen kleinen Vorteil auf dem langen Weg zum angestrebten Gesamtsieg beschert.

BMC kämpft vergebens, Phinneys Zeit an der Sonne endet
Start in Verona, eine Fahrt hinaus ins Land und wieder zurück in die Stadt von Romeo und Julia. Auf 33,2 Kilometern eine Vielzahl an Richtungswechseln, die Ansprüche an das technische Vermögen der Fahrern stellten. Immerhin wies das Profil der 4. Etappe, dem Mannschaftszeitfahren, keine zusätzliche Schwierigkeit auf; bis auf eine kleine Steigung nach einem Drittel der Strecke verlief diese angenehm flach. Taylor Phinney startete zum dritten Mal im Rosa Trikot, doch dem Jungspund aus dem BMC Racing Team machte die Knöchelverletzung zu schaffen, die er sich bei dem Sturz vor zwei Tagen auf der 3. Etappe zugezogen hatte. Der Ruhetag reichte nicht zur vollständigen Genesung aus, so dass der 21-Jährige nicht volles Tempo gehen konnte und einige Male von seinen Mannschaftskameraden abgehängt zu werden drohte. Der Sieg im Zeitfahren am Samstag, der Defekt kurz vor dem Ziel am Sonntag, der Sturz am Montag – und auch heute sorgte Phinney für ein besonderes Vorkommnis. In einer Kurve hatte er sich versteuert und machte einen Ausflug auf eine Wiese, konnte aber schlimmeres verhindern und kam mit einigem Grünzeug im Schaltwerk zurück auf die Straße. Mit 31 Sekunden Rückstand auf die Siegermannschaft belegte BMC am Ende den zehnten Platz.

Garmin wird Favoritenrolle gerecht und stellt den neuen Führenden
Phinney fiel in der Gesamtwertung zwar von Platz eins, aber dennoch nicht allzu tief. Fünfter ist er nun, 13 Sekunden hinter dem neuen Leader, der als Erster aus seinem Land die Maglia Rosa tragen darf. Aber es war nicht wie man erwartet hatte ein Däne. Alex Rasmussen hatte in Herning vom Auftaktsieg und dem Rosa Trikot in seiner dänischen Heimat geträumt. Es wurde letztlich „nur“ Platz drei für den Bahnspezialisten, der aber eine gute Ausgangsposition für das Mannschaftszeitfahren hatte, in welchem die Auswahl von Garmin-Barracuda favorisiert war. Doch ausgerechnet Rasmussen war nicht in der Lage, das Tempo seiner Teamkollegen mittzugehen und wurde auf halbem Wege abgehängt, wollte nicht, dass die Mannschaft wegen ihm zurücksteckt und den Sieg verschenkt. So kam es nicht zum ersten Dänen in Rosa, sondern zum ersten Litauer. Ramunas Navardauskas, der Sechste des Einzelzeitfahrens, machte zwar auch nicht den stärksten Eindruck, hielt aber bis ins Ziel durch und war damit der wichtigste Mann bei der anschließenden Siegerehrung. Mit einer sprinterfreundlichen Etappe am morgigen Donnerstag muss er aber fürchten, gleich wieder von einem “Feind aus den eigenen Reihen” überflügelt zu werden: Tyler Farrar liegt nur zehn Sekunden hinter Navardauskas auf Rang zwei und würde bei einem Sieg oder zweiten Platz vorbeiziehen. Robert Hunter und Ryder Hesjedal sorgen für eine Garmin-Vierfachführung.

Starkes Katusha bringt Rodriguez Zeitgewinn auf andere Favoriten
Bevor Garmin als zweitletzte Mannschaft das Ziel mit der Siegerzeit erreichte, hatte Katusha lange an der Spitze gelegen. Dem Team um Joaquin Rodriguez fehlten nur fünf Sekunden zum Sieg, was durchaus eine Überraschung war. Rodriguez findet sich nun in den Top10 der Gesamtwertung wieder und hat seinen größten Gegnern möglicherweise wertvolle Zeit abgenommen. Roman Kreuziger war mit Astana zwar am drittschnellsten, lag aber bereits 17 Sekunden hinter Katusha. Ivan Basso (Liquigas) verlor 21 Sekunden in Bezug auf Rodriguez, Michaele Scarponi und Damiano Cunego (beide Lampre) 29. Domenico Pozzovivo (Colnago-CSF Inox) musste schon über eine Minute hergeben, für José Rujano (Androni Giocattoli) und John Gadret (Ag2r La Mondiale) wurden es gar mehr als eineinhalb. Schlechter als die Mannschaften dieser drei Fahrer waren einzig die Basken von Euskaltel. Das deutsche Team NetApp belegte den 13. Platz mit einem Rückstand von 43 Sekunden auf Garmin, war damit die beste der vier Wildcard-Mannschaften.

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Bos gewinnt auch letzte Etappe der 48. Türkei-Rundfahrt – Gabrovski feiert in Türkis

admin |
Foto: Sabine Jacob

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Autor: Felix Griep, www.liveradsport.ch

Istanbul, 29.04.2012 – Auf der 8. Etappe der Tour of Turkey hat das Sprintduo aus dem Rabobank-Rennstall noch einmal zugeschlagen. Mark Renshaw bereitete Theo Bos den Weg zu dessen zweitem Erfolg – genau eine Woche, nachdem der Niederländer schon zum Auftakt in Alanya siegreich war. Nach aufregenden Tagen konnte Ivaïlo Gabrovski aus dem türkischen Team Konya Torku Seker Spor im Ziel endlich den hart erkämpften Gesamtsieg feiern, der für ihn nach fünf Jahren bereits der zweite bei dieser Rundfahrt war.

Durch Istanbul von Europa nach Asien
Die Türkei-Rundfahrt gehört zur Europe Tour und findet doch fast ausschließlich im asiatischen Teil des Landes statt. Am letzten Tag gab es aber doch wenigstens sieben Kilometer, die nach dem Start auf europäischem Boden zurückgelegt wurden. Dann fuhr das Feld auf der Bosporus-Brücke über die kontinentale Grenze und war da bereits wieder in Aufruhr. Der während der ganzen Rundfahrt schon sehr auffällige Gesamtfünfte Romain Bardet (Ag2r La Mondiale) attackierte über der Meerenge und viele andere Fahrer beteiligten sich an den frühen Angriffen, die erst zur Ruhe kamen, als sich vier Fahrer absetzen konnten. Bardet befand sich zwar nicht in dieser Gruppe, mit Vladimir Gusev (Katusha) aber ein anderer Fahrer, der die Gesamtwertung bedrohte. Dort lag der Russe an zwölfter Position. Inspiriert vom gestrigen Sieg seines Teamkollegen Iljo Keisse wollte Matteo Trentin (Omega Pharma-Quick Step) sich als Ausreißer versuchen und Damien Gaudin (Europcar) hoffte, auf diese Art seiner Mannschaft vielleicht doch noch einen Sieg bei der Tour of Turkey bescheren zu können. Der Vierte im Bunde war der Serbe Ivan Stevic von Salcano-Arnavütkoy, dem zweiten türkischen Team im Rennen, das im Schatten von Konya Torku Seker Spor, der Mannschaft des Führenden Ivaïlo Gabrovski, kaum Aufmerksamkeit bekam. Nach einer halben Stunde waren die 23 Kilometer bis zur ersten Zieldurchfahrt absolviert und ein Vorsprung von 30 Sekunden hatte sich ergeben, den die Flüchtigen auf den ersten der acht folgenden Runden auf gut drei Minuten ausbauen konnten.

Rabobank mit seinem dritten Sprintsieg
Die gut zwölf Kilometer lange Strecke im Istanbuler Stadteil Kadıköy stellte keine allzu hohen Ansprüchen an die Fahrer. In der dritten Runde hatte der Abstand zwischen Spitze und Feld sein Maximum erreicht: dreieinhalb Minuten. Ab da taten die Helfer der Sprinterteams ihre Pflicht und führten das Peloton Stück für Stück an Gusev und seine Begleiter heran, die eine Runde vor Schluss nur noch 40 Sekunden vorausfuhren. Trentin versuchte im Stile Keisses ein Solo zu starten, doch war ihm das Glück nicht hold und die Flucht sechs Kilometer vor dem Ziel beendet. Ein folgender Antritt Bardets blieb ohne Folgen und nur eine Randnotiz, weil kurz darauf ein Sturz Teile des Feldes zu Boden riss. Durch ihn wurden unter anderem Marcel Kittel (Argos-Shimano) und Matthew Goss (GreenEdge) ihrer Chancen auf einen Sieg im letzten Massensprint beraubt. Diesen dominierte das Team Rabobank, obwohl es mit Graeme Brown auf einen wichtigen Anfahrer verzichten musste, weil auch dieser gestürzt war. Mark Renshaw, selbst der Sieger einer Etappe, bereitete den Sprint mustergültig vor und Theo Bos hatte keine Mühe, nach der 1. auch die 8. Etappe zu gewinnen. Andrew Fenn (Omega Pharma-Quick Step) und Stefan Van Dijk (Accent Jobs-Willems Veranda’s) konnten nicht dagegenhalten, landeten auf den Plätzen zwei und drei, Robert Förster (UnitedHealthcare) wurde Siebter.

Zweiter Gesamtsieg für Ivaïlo Gabrovski
Die Fahrt über die Ziellinie war für Gabrovski ein Moment der Erleichterung und Freude. Seit seinem Sieg bei der Bergankunft auf der 3. Etappe, wo ihm die Konkurrenz viel zu viel Vorsprung gegeben hatte, musste der Bulgare das türkise Trikot täglich gegen die Angriffe seiner Verfolger verteidigen, die nicht aufgeben wollten, und lieferte sich mit ihnen manches unvergessliche Duell. Die Top10 veränderten sich aber trotz aller Aktionen auf den letzten fünf Etappen der Rundfahrt nicht mehr und Gabrovski brachte souverän seinen Vorsprung von 1:33 Minute auf Alexandr Dyachenko (Astana) ins Trockene. Schon einmal 2007 hatte der heute 34-Jährige die Türkei-Rundfahrt gewonnen, die damals als ein Rennen der UCI-Kategorie 2.2 aber noch so gut wie keine Bedeutung über die türkischen Landesgrenzen hinaus hatte. Der erneute Erfolg fünf Jahre später ist deutlich höher zu beurteilen. Zu den Fahrern, die bei der abschließenden Siegerehrung aufs Podium durften, gehörten auch Goss, Marco Bandiera (Omega Pharma-Quick Step) und Maxim Belkov (Katusha) – die Sieger von Punkte-, Berg- und Sprintwertung.

Foto: Sabine Jacob

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Türkei-Rundfahrt: Drama um Keisse mit gutem Ende für den Ausreißer

admin | 29. April 2012
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Autor: Felix Griep, www.live-radsport.ch

Izmir, 28.04.2012 – Der letzte Kilometer, die letzte Kurve, ein Sturz. Und plötzlich schien alles vorbei. Iljo Keisse (Omega Pharma-Quick Step) stand unmittelbar vor dem Sieg auf der 7. Etappe der Tour of Turkey, als in einer Spitzkehre, die so kurz vor dem Ziel ein mehr als unnötiges Hindernis darstellte, sein Rad wegrutschte und er zu Boden ging. Doch der Belgier warf die abgesprungene Kette wieder auf, bestieg sein Rad und rettete sich mit allerletzter Kraft vor Marcel Kittel (Argos-Shimano), dem Schnellsten aus dem heranbrausenden Feld, ins Ziel. Dem Schock folgte also doch ein Happy End. Ein solches wird es morgen aller Voraussicht nach auch für Ivaïlo Gabrovski (Konya Torku Seker Spor) geben, der dem Gesamtsieg ganz nahe ist.

Keisse fährt für Kind und Freudin
Die 7. Etappe der Türkei-Rundfahrt, über 123,8 Kilometer von Kusadasi nach Izmir führend, wurde schon zu Beginn von Iljo Keisse (Omega Pharma-Quick Step) geprägt, der seine besondere Motivation an diesem Tag in einem Interview nach dem Rennen offenbarte: Sein 17 Monate alter Sohn war krank und Keisses Freundin musste mit dem Nachwuchs den ganzen Tag zuhause verbringen, wo sie ihren Partner im Fernsehen bei der Arbeit beobachtete. Seiner Liebsten wollte der 29-jährige Belgier natürlich etwas bieten und war der erste Fahrer des Tages, der attackierte. Auch wenn es noch nicht sofort klappte, im zweiten Versuch gelang ihm mit sechs anderen Fahrern die Flucht. Die Zeichen für einen Sieg standen da nicht gerade besonders gut, denn Europcar hatte mit Damien Gaudin und Jérôme Cousin einen numerischen Vorteil und Andrey Zeits (Astana), der in der Gesamtwertung auf Platz 13 lag, war einigen Teams ein Dorn im Auge, was eine strikte Verfolgung durch das Feld garantierte. Weiterhin gehörten Mikhail Ignatiev (Katusha), Laurent Pichon (Bretagne-Schuller) und Marek Canecky (Salcano-Arnavütkoy) der Gruppe an, deren Vorsprung dann tatsächlich nur gut drei Minuten erreichte, so dass Zeits zu keinem Zeitpunkt virtueller Leader war. Das Profil eröffnete keine Möglichkeiten für einen Kampf um die Gesamtwertung, weshalb sich das Renngeschehen gegen Ende auf eine kontinuierliche Verringerung des Abstandes beschränkte, einen typischen Kampf zwischen Ausreißern und Feld.

Bahnfahrer Keisses erster wichtiger Sieg auf der Straße
Der Vorsprung war 20 Kilometer vor dem Ziel unter zwei Minuten gesunken und in der Spitzengruppe gab es erste Versuche, durch Angriffe neuen Schwung zu erzeugen. Große Wirkung wurde dadurch nicht erzielt, an der Zehn-Kilometer-Marke betrug die Differenz genau eine Minute. Danach kam das Feld aber nicht mehr so schnell näher und Keisse fasste sich fünf Kilometer vor Schluss ein Herz. Seine Mitausreißer hatte er schnell abgehängt und an der Flamme Rouge noch so viel Vorsprung, dass sein erster nennenswerter Sieg im Straßenradsport so gut wie sicher schien. Seinen bislang einzigen Erfolg hatte der Bahnspezialist 2007 bei Internatie Reningelst eingefahren, einem seitdem nur noch als nationalen Event ausgetragenen Eintagesrennen. Dann kam jene schicksalhafte Kurve, für die man dem Veranstalter schon eine gewisse Fahrlässigkeit vorwerfen konnte. Denn auch das Feld, in vollem Tempo der Sprintvorbereitung, kam nicht unbeschadet durch diese Haarnadel, einige Fahrer stürzten, andere kamen von der Strecke ab oder mussten stark abbremsen. Nach seinem Sturz schien der Sieg für Keisse verloren, doch wie er selbst hinterher sagte: „Als Bahnfahrer weiß ich wie es ist, einen Kilometer mit stehendem Start zu fahren“. Er beschleunigte mit aller Kraft und dem Ziel direkt vor Augen und schaffte es mit Müh und Not noch vor dem Feld über die rettende Linie. Marcel Kittel (Argos-Shimano) konnte ihn nicht mehr abfangen, wurde Zweiter vor Alessandro Petacchi (Lampre), Andrea Guardini (Farnese Vini), Mark Renshaw (Rabobank) und Robert Förster (UnitedHealthcare). In der Gesamtwertung hatte die Etappe keine Auswirkungen, Ivaïlo Gabrovski (Konya Torku Seker Spor) steht kurz vor dem Gesamtsieg.

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Modolo Sprintsieger am Ende einer ereignisreichen Etappe in der Türkei

admin | 28. April 2012
Foto: Sabine Jacob

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Autor: Felix Griep, www.live-radsport.ch

Kusadasi, 27.04.2012 – „Business as usual” bei der Türkei-Rundfahrt. Die 6. und längste Etappe wartete mit allerlei spannenden Situationen auf, hatte kaum einmal eine ruhige Phase zu bieten. Doch es bleibt wie es ist: Ivaïlo Gabrovski (Konya Torku Seker Spor) ist nicht kleinzukriegen und Matthew Goss (GreenEdge) kann nicht gewinnen. Gabrovski erwies sich wiederholt als resistent gegen jeglichen Druck, den seine Gegner aufbauen und verteidigte trotz manch brenzliger Situation seine komfortable Führung. Goss wurde schon zum vierten Mal nur Etappenzweiter und wartet noch immer auf seinen ersten Saisonsieg. Geschlagen wird der Australier dabei immer wieder von jemand anderem, heute war es Sacha Modolo (Colnago-CSF Inox).

Bandiera gewinnt das Bergtrikot, bevor die Klassementfahrer ausreißen
Das 6. Teilstück, die mit 179 Kilometern längste Etappe der Presidential Cycling Tour of Turkey, wurde von vielen Fahrern als letzte Möglichkeit angekündigt, an der Gesamtwertung noch etwas zu ändern – die letzte Hoffnung, den mit gut eineinhalb Minuten Vorsprung Führenden Ivaïlo Gabrovski (Konya Torku Seker Spor) vom Thron stoßen zu können. So war von Beginn an viel Feuer drin und das Rennen verlief eigentlich nie in geordneten Bahnen. Ein früher Sturz in einer Abfahrt führte zum Ausstieg von Leonardo Giordani (Farnese Vini) und Assan Bazayev (Astana), zerriss darüber hinaus das Feld. Zwar kam es wieder zu einem fast kompletten Zusammenschluss, doch es kehrte keine Ruhe ein. Nach 52 Kilometern gewann Fabio Duarte (Colombia-Coldeportes) die einzige Bergwertung des Tages, die zugleich die letzte der gesamten Rundfahrt war. Deswegen fand man dort auch Marco Bandiera (Omega Pharma-Quick Step) vorne, der Platz zwei belegte. Der Italiener, der das Bergtrikot nur vertretungsweise für den punktgleichen Gabrovski trug, „nagelte“ es damit auf seinen Schultern fest. Ein wenig später spaltete sich eine 16-köpfige Gruppe vom Feld ab, deren Besetzung es in sich hatte. Bretagne-Schuller war eine treibende Kraft, die Mannschaft um den Gesamtsiebten Florian Guillou war mit diesem und vier weiteren Fahrern vertreten. Dabei waren auch der Neunte Michal Golas (Omega Pharma-Quick Step), der Sechste Alexander Efimkin (Team Type 1), der Fünfte Romain Bardet (Ag2r La Mondiale), der Zweite Alexandr Dyachenko (Astana) und – selbstverständlich – auch Leader Gabrovski, dessen Kräfte es weiterhin zuließen, jeder gefährlichen Attacke nachzusetzen. In einem Quintett, das sich auf die Verfolgung begab und den Anschluss schaffte, fand man noch den Achten Enrico Battaglin (Colnago-CSF Inox), den Vierten Adrian Palomares (Andalucia) und den Dritten Danail Andonov Petrov (Caja Rural), womit die Top9 des Klassements wieder vereint waren.

Massensprint trotz nicht enden wollender Attacken, Colnago schlägt schon wieder zu
Den Turkish Beauty Sprint, kurz nach Halbzeit der Etappe gelegen, gewann Maxim Belkov (Katusha) vor Golas und Philip Deignan (UnitedHealthcare). Belkov übernahm damit die Führung in der Sprintwertung von Matteo Fedi (Utensilnord). Die drei hatten sich schon ein wenig aus der großen Gruppe abgesetzt und bauten ihren Vorsprung aus, weil man hinter ihnen einen vorübergehenden Waffenstillstand vereinbarte und Kräfte für das Finale sparen wollte. Da Golas aber immer noch eine Gefahr darstellte, ließ Konya Torku Seker Spor im neu formierten Hauptfeld den Vorsprung des Trios nur knapp über zwei Minuten steigen. Schon 55 Kilometer vor dem Ziel passierte wieder Unerwartetes, André Greipel (Lotto Belisol) brachte einen Konter zustande. Mit seinem Teamkollegen Sander Coordel, Andrew Fenn (Omega Pharma-Quick Step), Marco Haller (Katusha) und Laurent Pichon (Bretagne-Schuller) begab er sich auf die Verfolgung der Spitzengruppe. Die fünf arbeiteten die Hälfte der restlichen Distanz gut zusammen, kamen aber nicht in die Nähe von Belkov, Golas und Deignan und zerfleischten sich dann mit immer neuen Angriffen. So kam das Feld, aus dem ebenfalls munter attackiert wurde, wieder an sie heran. Duarte und Bardet gehörten zu den aktivsten Fahrern in dieser Phase, aber auch Gabrovski war immer auf der Höhe des Geschehens. Diese Aktionen führten acht Kilometer vor Schluss dazu, dass die Ausreißer eingeholt wurden. Golas versuchte es noch einmal mit Thierry Hupond (Argos-Shimano). Enrico Battaglin (Colnago-CSF Inox) eilte zu ihrer Unterstützung, setzte sich an der letzten Steigung ab und ging alleine in die drei Kilometer lange Abfahrt zum Ziel. 500 Meter fehlten ihm zum Sieg, doch Colnago wurde entschädigt, weil Sacha Modolo den Massensprint gewann. Vor dem Abonnement-Zweiten Matthew Goss (GreenEdge) und Mark Renshaw (Rabobank), dem Sieger von vor zwei Tagen, sorgte er für den zweiten Colnago-Sieg in Folge. Erst am Tag zuvor hatte Andrea Di Corrado Etappe 5 gewonnen.

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Ausreißer Di Corrado feiert bei der Türkei-Rundfahrt ersten Profisieg

admin | 26. April 2012
Foto: Sabine Jacob

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Autor: Felix Griep, www.live-radsport.ch

Turgutreis, 26.04.2012 – Anders als gestern hatte Tour of Turkey Leader Ivaïlo Gabrovski (Konya Torku Seker Spor) einen ruhigen Tag. Die 5. Etappe bezog ihre Spannung aus einer Verfolgungsjagd zwischen dem Hauptfeld und sechs Ausreißern; und das trotz bis zu einer Viertelstunde Vorsprung für diese Gruppe. Am Ende fehlten dem Feld noch eineinhalb Minuten auf Andrea Di Corrado (Colnago-CSF Inox), der sich zehn Kilometer vor dem Ziel von seinen Begleitern absetzen und solo siegen konnte.

Großer Abstand, schnelle Aufholjagd
Die 5. Etappe war die bisher längste der Türkei-Rundfahrt, 177,8 Kilometer verbanden die Städte Marmaris und Turgutreis. Nur morgen wird noch einmal eine ähnliche Distanz absolviert, dann sind es 1200 Meter mehr. Obwohl es wie auf der vorangegangenen Etappe schon zu Beginn viele kleine Steigungen gab, verlief das Rennen ruhiger. Ivaïlo Gabrovski (Konya Torku Seker Spor) musste heute keine Angriffe auf seine Spitzenposition in der Gesamtwertung abwehren. Kurz nach dem Turkish Beauty Sprint, den Graeme Brown (Rabobank) gewann, setzen sich bei Kilometer 30 sechs Fahrer aus dem Feld ab. Dmitriy Gruzdev (Astana), Jonas Aaen Jörgensen (Saxo Bank), Sébastien Duret (Bretagne-Schuller), Andrea Di Corrado (Colnago-CSF Inox), Jérôme Cousin (Europcar) und Alfredo Balloni (Farnese Vini) sagten dem Feld auf Wiedersehen – ein Wiedersehen, das erst nach dem Rennende im Ziel passieren sollte. Der Vorsprung der Gruppe erreichte seltene Dimensionen, 14:50 Minuten sind doch ein ungewöhnlicher Spitzenwert. Einen Freifahrtschein gab es trotzdem nicht, vor allem auch, weil man Duret mit einem Rückstand von nur 5:17 Minuten in der Gesamtwertung nicht einen solchen Zeitgewinn erzielen lassen durfte. Konya Torku Seker Spor begann mit der Verfolgungsarbeit und auch Utensilnord Named beteiligte sich, obwohl die Mannschaft weder einen aussichtsreichen Klassementfahrer noch einen siegfähigen Sprinter hat. Der Einsatz zeigte aber Wirkung, zuerst fiel der Rückstand im Minutentakt alle zehn, später sogar alle fünf Kilometer, als auch noch Marcel Kittels Team Argos-Shimano und André Greipels Lotto Belisol mitmischten.

Di Corrados Attacke führt zum Erfolg
15 Kilometer vor dem Ziel verfügte das Sextett noch über ein Polster von 3:15 Minuten, was mit der Rate, in der das Feld bislang aufgeholt hatte, eine knappe Entscheidung prognostizierte. Auf dem sehr welligen Terrain griff jetzt Jörgensen an, in dem Glauben, alleine hätte man eine größere Chance, dieses Abenteuer zu überstehen. Seine Begleiter ließen den Dänen nicht so einfach fahren. Balloni war der nächste, der an einer Steigung attackierte, Cousin konterte und zog vorbei. Balloni schaffte es ans Hinterrad des Franzosen und das Duo kam auf 15 Sekunden Vorsprung. Der Rest der Gruppe schloss aber zehn Kilometer vor Schluss wieder auf. Das Peloton hatte durch diese Aktionen nicht mehr so viel Zeit gut machen können, der Abstand betrug noch 2:30 Minuten und das Durchkommen war den Ausreißern so gut wie sicher. Nun war es Di Corrado, der die Flucht aus der Fluchtgruppe ergriff. Der 23-jährige Italiener, der bei Colnago seine erste Saison als Profi bestreitet, setzte sich schnell eine halbe Minute ab und die Anderen gaben sich geschlagen. Mit 40 Sekunden Vorsprung erreichte er das Ziel, Jörgensen sprintete auf Platz zwei, Cousin wurde Dritter. Die Ankunft des Feldes erfolgte nach 1:27 Minute, Matteo Pelucchi (Europcar) holte sich den relativ unbedeutenden siebten Platz. Duret konnte so nur drei Plätze in der Gesamtwertung klettern, von Platz 24 auf 21, die Top20 blieben unangetastet.

-> Zum Resultat

Die morgige 6. Etappe ist also mit 179 Kilometern die längste der Türkei-Rundfahrt. Der schwerste Anstieg im Etappenfinale (gut 200 Höhenmeter) befindet sich knapp 20 Kilometer vor dem Ziel.

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Renshaw siegt um Millimeter – Goss bei der Tour of Turkey weiter glücklos

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Autor: Felix Griep, www.live-radsport.ch

Marmaris, 25.04.2012 – Das Glück ist in diesen Tagen nicht auf der Seite von Matthew Goss (GreenEdge). Auf den ersten beiden Etappen war der Australier schon Zweiter und auf dem 4. Teilstück unterlag er auch noch seinem Landsmann Mark Renshaw (Rabobank) – in einem Fotofinish, das man mit dem Mikroskop untersuchen musste, um einen Abstand zwischen den beiden festzustellen. Der höchst dramatische Sprint war der passende Abschluss einer spannenden Etappe, auf der Leader Ivaïlo Gabrovski (Konya Torku Seker Spor) an jeder noch so kleinen Steigung angegriffen wurde, aber einen mehr als souveränen Eindruck hinterließ.

Leader Gabrovski begegnet Angriffen mit offensiver Reaktion
Die 4. Etappe der Türkei-Rundfahrt führte die Fahrer von Fethiye über 132,5 Kilometer nach Marmaris – eine kurz Distanz, dafür war das Rennen umso intensiver. Das Profil war wesentlich leichter als auf der Königsetappe am Vortag, dafür sorgten schon die ersten kleinen Hügel für interessante Angriffe. Diese galten nicht nur dem Zustandekommen einer Fluchtgruppe, sie waren teils auch gegen Ivaïlo Gabrovski gerichtet: man wollte den Führenden und seine Mannschaft Konya Torku Seker Spor zur Arbeit zwingen. Der Gesamtneunte Michal Golas (Omega Pharma-Quick Step) und der Fünfte Romain Bardet (Ag2r La Mondiale) gehörten in der Anfangsphase zu jenen Fahrern, die Gabrovski dazu bewegten, höchstpersönlich mit in die Offensive zu gehen. Der Bulgare erwies sich dabei als souveräner Leader. Die einzige Bergwertung des Tages nach 36 Kilometern sorgte für ein Zerfallen des Feldes, was bereits zur Bildung eines großen Gruppettos führte, in dem sich ein gewichtiger Teil der Sprinter befand. Danach gab es mit der Entstehung einer vierköpfigen Spitzengruppe erstmals eine stabile Rennsituation. Diego Caccia (Farnese Vini), Assan Bazayev (Astana), Mikhail Ignatiev (Katusha) und der mit nur knapp vier Minuten Rückstand in der Gesamtwertung nicht ganz ungefährliche Vladimir Gusev (Katusha) bauten ihren Vorsprung auf einen Höchstwert von 2:50 Minuten aus und konnten 30 Kilometer vor dem Ziel durchaus an ein Durchkommen glauben.

Greipel opfert sich, zwei Australier sprinten um den Sieg
Der Vorsprung des Quartetts fiel dann aber rasant, weil es im Hauptfeld wie zu Beginn der Etappe zahlreiche Attacken gab. Adam Hansen (Lotto Belisol) griff an und zog Gabrovski mit sich aus dem Hauptfeld heraus. Einige Fahrer, darunter abermals Bardet und Vinokourov, konterten sofort und so wurde das Tempo in die Höhe getrieben. 14 Kilometer vor Schluss waren drei Ausreißer eingeholt und auch der Widerstand von Caccia dauert nicht viel länger an. Zehn Kilometer vor dem Ziel begann der letzte Anstieg der Etappe und André Greipel (Lotto Belisol) verzichtete auf eine eigene Siegchance in einem möglichen Sprint, indem er einen weiteren Angriff Hansens vorbereitete. Leider war der Australier wieder nicht erfolgreich und auch Bardet und der Gesamtzweite Alexandr Dyachenko (Astana) konnten keinen Vorsprung erkämpfen, geschweige denn Gabrovski zum Wackeln bringen. Auf der Abfahrt hinunter in den Zielort Marmaris zählte das Peloton wieder gut 50 Fahrer und es kam zum Sprint. Daran konnte auch Blaz Jarc (Team NetApp) mit einem Angriff auf dem letzten Kilometer nichts ändern. Greipel wird sich geärgert haben. Mark Renshaw besorgte den zweiten Etappensieg für Rabobank, auch wenn der chronische Zweite Matthew Goss (GreenEdge) beim Überqueren der Ziellinie noch auf vermeintlich gleiche Höhe gekommen war. Die Jury entschied sich aber gegen ein „totes Rennen“, sah irgendwo doch noch einen minimalen Vorsprung für Renshaw. Gabrovski konnte mit seinem ersten Tag im türkisen Trikot zufrieden sein, die Gesamtwertung blieb auf den ersten 24 Positionen unverändert.

Beim Schuhputzer...

Beim Schuhputzer...

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Gabrovski fährt bei Bergankunft der Türkei-Rundfahrt auf und davon

admin | 25. April 2012
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Autor: Felix Griep, www.live-radsport.ch

Elmali, 24.04.2012 – In 47 Jahren hatte es bei der Türkei-Rundfahrt noch nie eine Bergankunft gegeben, auf der 3. Etappe der 48. Tour of Turkey war nun die Zeit für die Premiere gekommen. Man wagte sich gleich an einen mächtig schweren Anstieg, es ging den zehn Kilometer langen und am Ende zehn Prozent steilen Gögübeli Pass empor. Ivaïlo Gabrovski, ein Bulgare in Diensten der türkischen Mannschaft Konya-Torku Seker Spor, hatte mit einer ungewöhnlichen Taktik Erfolg. Während die meisten Fahrer auf das harte Ende warteten, griff er schon sehr früh am Berg an und wurde im Ziel mit einem satten Vorsprung von eineinhalb Minuten belohnt. In der Türkei ist er nicht einmal ein unbekannter Mann.

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Von Beginn an bergige Etappe
Nicht nur wegen der Bergankunft war das 151,8 Kilometer lange 3. Teilstück die Königsetappe der Türkei-Rundfahrt. Auf den ersten 30 Kilometern von Alanya aus ins Landesinnere waren bereits rund eintausend Höhenmeter zu überwinden. Dabei wurde eine Bergwertung der 2. Kategorie passiert, wo Alexandre Vinokourov (Astana) und Laszlo Bodrogi (Team Type 1) Reißaus nahmen. Bodrogi hatte es auf den kurz darauf folgenden Turkish Beauty Sprint abgesehen, den er gestern gewonnen hatte, als er mit dem Kasachen auch schon lange in einer Ausreißergruppe fuhr. Obwohl sie drei Mitstreiter hatten, schafften sie es aber nicht bis dorthin, stattdessen gewann Vladimir Isaychev (Katusha) die Prämie und Matteo Fedi (Untensilnord Named) übernahm als Zweiter das Weiße Trikot Die nächste Gruppe schaffte es dann, sich vom Feld abzusetzen, sie bestand aus Marco Bandiera (Omega Pharma-Quick Step), Tony Hurel (Europcar), Florian Vachon (Bretagne-Schuller), Karol Domagalski (Caja Rural), Leonardo Giordani (Farnese Vini) und Juan Pablo Suarez (Colombia-Coldeportes). Es ging fast durchgängig weiter bergauf und zur Mitte der Etappe gab es einen Anstieg der 1. Kategorie, wo das Feld sich schon vieler Sprinter und anderer bergschwacher Fahrer entledigte. Nach der Abfahrt konnte man auf einer Hochebene etwas durchschnaufen, was Christopher Juul Jensen (Saxo Bank) und Albert Timmer (Argos-Shimano) nicht tun wollten. Ihr Angriff brachte sie aber auch nicht an die Spitzengruppe heran. Die Flucht der sechs Ausreißer, die maximal über fünf Minuten Vorsprung verfügten, endete kurz vor dem Schlussanstieg, wo niemand so recht wusste, was zu erwarten war.
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Foto: Sabine Jacob

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„Der frühe Vogel fängt den Wurm“
Der lange Schlussanstieg begann noch etwas leichter mit vier bis fünf Prozent, wurde dann allmählich schwerer und „gipfelte“ auf den letzten drei Kilometern mit circa zehn Prozent Steigung. Der Fokus vieler Bergfahrer lag wohl auf diesem Schlussteil des Berges, weshalb es niemanden ernsthaft kümmerte, als acht Kilometer vor Schluss Ivaïlo Gabrovski (Konya-Torku Seker Spor) davonfuhr. Man dachte sich sicher, den Bulgaren würde man schon irgendwann wieder sehen. Der 34-Jährige brach aber nicht ein, baute seinen Vorsprung dagegen immer weiter aus. Im Ziel hatte er sogar rund eineinhalb Minuten Vorsprung auf Alexandr Dyachenko (Astana), Danail Andonov Petrov (Caja Rural) und Adrian Palomares (Andalucia). Die hatten Romain Bardet (Ag2r La Mondiale) noch überholt, der sich als Erster auf die Verfolgung des Angreifers begeben hatte und am Ende 1:51 Minute verlor. Sechster wurde mit 2:13 Minuten Rückstand Alexander Efimkin (Team Type 1), der 2011 Gesamtsieger war. Angesichts des großen Vorsprungs – in der Gesamtwertung liegt der Zweite Dyachenko inklusive Zeitbonifikationen 1:33 Minute zurück – muss man sich fragen, ob Gabrovski noch einholbar ist. Einerseits ist sein türkisches Continental Team der Stärke anderer Mannschaften wohl kaum gewachsen, doch verfügt Gabrovski selbst über einige Erfahrung in solchen Situationen, wenn auch auf einem niedrigeren Level. Der vielfache Landesmeister ist fünffacher Sieger der Bulgarien-Rundfahrt und gewann 2007 sogar schon einmal die Tour of Turkey. Damals, als das Rennen noch zur Kategorie 2.2 gehörte und damit natürlich schwächer besetzt war, holte er auf der vorletzten Etappe mit einem Solo mehr als zwei Minuten Vorsprung, die ihm den Sieg brachten.

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Theo Bos schreibt bei Türkei-Rundfahrt nun positive Schlagzeilen: Sieg und Leadertrikot zum Auftakt

admin | 23. April 2012
Foto und Copyright: Sabine Jacob

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Autor: Felix Griep, www.live-radsport.ch

Alanya, 22.04.2012 – Mit einem Etappensieg von Theo Bos (Rabobank) begann heute in Alanya die 48. Türkei-Rundfahrt. Der Niederländer setzte sich in einem von einem Massensturz beeinträchtigen Sprintfinale knapp gegen den Australier Matthew Goss (GreenEdge) durch. Dritter wurde der Italiener Daniele Colli (Type 1-Sanofi). Die Reihenfolge an der Spitze der Gesamtwertung, für welche Zeitgutschriften veranschlagt werden, gestaltet sich genauso. Die erste Etappe hatte den Charakter eines Kriteriums mit acht Runden auf einem Innenstadtkurs.

Acht Ausreißer zunächst mit massivem Vorsprung
Die Türkei mag kein traditionelles Radsport-Land sein – doch die als 2.HC-Event eingestufte Tour of Turkey hat sich als Frühjahrsrundfahrt und Vorbereitungsrennen für den Giro d’Italia längst etabliert. Im Vergleich zu den Vorjahren nimmt sie diesmal einen umgekehrten Verlauf: Gestartet wurde sie heute in Alanya, zu Ende gehen wird sie am kommenden Sonntag in Istanbul. Unter den fast 200 Fahrern, die in dem beliebten Badeort auf den 16,9 Kilometer langen Rundkurs geschickt wurden, befand sich auch Alexander Efimkin (Team Type 1 – Sanofi), der Gesamtsieger von 2011. Acht Runden mit zwei ganz leichten Anstiegen, insgesamt also 135,2 Kilometer, waren zurückzulegen. Kurz nach der ersten Zielpassage etablierte sich die Fluchtgruppe des Tages, die zunächst aus acht Männern bestand und schnell einen massiven Vorsprung von 8:45 Minuten gewinnen konnte. Als jedoch mehrere Mannschaften, darunter Farnese Vini und Omega Pharma, die Jagd auf Adrian Hegyvary (UnitedHealthcare), William Routley (SpiderTech), Albert Timmer (Argos-Shimano), Maxim Belkov (Katusha), Gabor Kasa (Salcano – Arnavutkö), Javier Ramirez (Andalucia), Frederique Robert (Lotto Belisol) und Adrian Kurek (Utensilnord-Named) eröffneten, schrumpfte der Abstand rapide. Mehrere Ausreißer ließen sich vorzeitig freiwillig einholen, darunter der Belgier Robert, der sich bei der Sprintwertung auf der dritten Runde die maximale Punktzahl und somit das Turkish Beauty-Sprinttrikot sichern konnte. Zuletzt wurden der Spanier Ramirez und der US-Amerikaner Hegyvary vom Peloton geschluckt, das die verbliebenen 22 Kilometer weitgehend geschlossen und unter dem Tempodiktat von u. a. Ag2r und Colnago zurücklegte.

Stürze bei der Türkei-Rundfahrt – ein wiederkehrendes Thema
Auf der Zielgerade ging circa die Hälfte des Fahrer in einem unkontrollierten Massensturz zu Boden und nur die Sprinter, welche sich ganz vorne aufgehalten hatten, konnten um den Etappensieg streiten. Die drei Deutschen André Greipel (Lotto), Marcel Kittel (Argos-Shimano) und André Schulze (NetApp) etwa blieben im wahrsten Sinne des Wortes auf der Strecke. In einer Fotofinish-Entscheidung kam Theo Bos (Rabobank) zu seinem zweiten Saisonsieg – im März hatte er bereits Dwars door Drenthe für sich entschieden – und zu seinem ersten Sprinterfolg bei der Türkei-Rundfahrt. So mancher wird sich an das dramatische Finale der Schlussetappe 2009 erinnert haben, als Bos den späteren Gesamtsieger Daryl Impey mit hochgradig gefährlichem Sprintverhalten zu Fall gebracht haben soll und dafür disqualifiziert wurde. Heute ließ der 28-jährige Niederländer sich nichts zuschulden kommen, verwies Matthew Goss und Daniele Colli mit purer Endschnelligkeit auf die Plätze. Collis Landsmann Alessandro Petacchi (Lampre-ISD) wurde Vierter. In der Gesamtwertung liegt Theo Bos dank der Zeitgutschrift mit 4 Sekunden Vorsprung in Führung. Natürlich ist er außerdem Bester der Punktewertung.

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Pozzovivo gewinnt Giro del Trentino, Kolumbianer Atapuma siegt auf dem Passo Pordoi

admin | 22. April 2012
Foto und Copyright: Sabine Jacob

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Autor: Felix Griep, www.live-radsport.ch

Passo Pordoi, 20.04.2012 – Die Straße auf den Schlussanstieg war frei, Schnee säumte nur die Felder, Wiesen und Wälder auf dem Weg hinauf zum 2239 Meter hohen Passo Pordoi. So konnte die 4. und letzte Etappe des Giro del Trentino ihren geplanten Lauf nehmen und dennoch bestanden zu keiner Zeit Zweifel, dass Domenico Pozzovivo (Colnago-CSF Inox) den Gesamtsieg unter Dach und Fach bringen würde. Er vergrößerte seinen Vorsprung auf Damiano Cunego (Lampre) und Sylvester Szmyd (Liquigas) sogar noch ein wenig. Pozzovivo wurde Tagesdritter hinter zwei Kolumbianern: Darwin Atapuma (Colombia-Coldeportes) siegte vor Carlos Alberto Betancur (Acqua & Sapone).

Pozzovivo zeigt keine Schwäche am Pordoijoch
Schon gestern hatte das Feld zu Beginn ein wahnsinnig hohes Tempo angeschlagen und auch auf der 4. Etappe war das nicht anders. Eine Stunde nach dem Start in Castelletto di Brenzone waren bereits 50,5 Kilometer zurückgelegt, 177,5 waren es insgesamt bis ins Ziel auf dem Passo Pordoi. Dann hatte das Peloton die Hast doch satt und nur wenig später fuhren Brian Vandborg (Spidertech) aus Dänemark und der Schweizer Reto Hollenstein (Team NetApp) sieben Minuten vor der nun bummelnden Meute. Die meiste Zeit des Tages ging es leicht bergan und so hatten die Fahrer schon rund 2000 Höhenmeter in den Beinen, als der 13 Kilometer lange und im Schnitt sechs Prozent steile Schlussanstieg begann. Liquigas hatte die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass der Drittplatzierte Sylvester Szmyd die 49 Sekunden Rückstand auf Domenico Pozzovivo (Colnago-CSF Inox) am Passo Pordoi aufholen könnte und führte das Feld in den Berg hinein an. Vandborg und Hollenstein wurden daraufhin schnell eingeholt und mussten Platz machen für die Kletterspezialisten. José Rujano (Androni Giocattoli) war der Erste der Favoriten, der nicht mehr still halten konnte, war aber nicht in der Lage, der Frontgruppe um den souverän auftretenden Pozzovivo zu entkommen. Diese verkleinerte sich weiter auf letztlich sieben Fahrer: die Top3 der Gesamtwertung Pozzovivo, Damiano Cunego (Lampre) und Szmyd, den Sechsten Carlos Betancur (Acqua & Sapone), den Achten Rujano, den Zehnten Hubert Dupont (Ag2r La Mondiale) und den Sechzehnten Darwin Atapuma (Colombia-Coldeportes).

Kolumbianer sprinten um den Etappensieg
Nachdem Szmyd all seine Helfer verloren hatte, diktierte Pozzovivo den Rhythmus der kleinen Gruppe und bot dem Polen wie Cunego keine Möglichkeit, ihn zu attackieren. Ein Angriff kam nur von Dupont, den Pozzovivo ohne Bedenken hätte fahren lassen können. Der Franzose hatte über zwei Minuten Rückstand, dennoch war es ihm nicht vergönnt, für den ersten Ag2r-Sieg im Jahr 2012 zu sorgen. Ab der Flamme Rouge fiel die Gruppe dann auseinander, bei Pozzovivo blieben nur die beiden Kolumbianer. Der 24-jährige Atapuma war im Bergsprint überlegen und bescherte Colombia-Coldeportes den ersten Sieg überhaupt in Europa, der für das Professional Team mit großem Prestige verbunden ist. Betancur fehlten drei, Pozzovivo sechs Sekunden zum Sieger. Szmyd (+0:17), Cunego (+0:17), Rujano (+0:21) und (+0:30) hatten mit der Entscheidung nichts mehr zu tun. Da er vor seinen ärgsten Konkurrenten ins Ziel kam, war der Gesamtsieg Pozzovivos letztlich eine klare Angelegenheit. 40 Sekunden Abstand zu Cunego und 1:04 zu Szmyd stehen in der Endabrechnung zu Buche. Betancur gewann als Vierter die Nachwuchswertung. Für Matthias Frank (BMC Racing Team) war die Spitze erneut zu stark, der Schweizer wurde 20. der Etappe mit einem Rückstand von 2:25 Minuten. Dies reichte gerade noch für einen Platz in den Top10 der Gesamtwertung. Die Sprintwertung geht an den zweifachen Ausreißer Marco Frapporti (Team Idea), das Bergtrikot bekam Pozzovivo, der seinen einzigen Rundfahrtsieg bisher bei der Brixia Tour 2010 erlebte. Mannschaftssieger ist Androni Giocattoli, das in der Einzelwertung allerdings mit seinem besten Mann Rujano nur Rang fünf holte.

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Giro del Trentino, Domenico Pozzovivo erkämpft Etappensieg und fährt ins “Maglia Ciclamino”

admin | 19. April 2012
Domenco Pozzovivo gewinnt die 3. Etappe, Foto: Sabine Jacob

Domenco Pozzovivo gewinnt die 3. Etappe, Foto: Sabine Jacob

Autor: Felix Griep, www.live-radsport.ch

Brenzone, 19.04.2012 – Auf der 3. Etappe des Giro del Trentino kamen die Fahrer in den zweifelhaften Genuss, als erste Radsportler überhaupt den extrem steilen Anstieg nach Punta Veleno in einem Rennen in Angriff zu nehmen. Dort setzte sich Domenico Pozzovivo (Colnago-CSF Inox) von den restlichen Favoriten ab und gewann nach einer kurzen Abfahrt ins Ziel 23 Sekunden vor Sylvester Szymd (Liquigas). Pozzovivo führt nun einen Tag vor dem Rundfahrt-Ende auch die Gesamtwertung an, Damiano Cunego (Lampre) weist als Zweiter einen Rückstand von 25 Sekunden auf. Mathias Frank (BMC Racing Team) war nicht in der Lage, sein Leadertrikot zu verteidigen, rutschte aber nur auf Rang fünf ab.

Premiere eines neuen Anstieges der „Kategorie Zoncolan“
Es gibt eine Anekdote, Punta Veleno sei 1972 von den Organisatoren des Giro d’Italia für die Italien-Rundfahrt in Erwägung gezogen, jedoch damals als zu schwer befunden worden. 40 Jahre später kam es nun zur Erstbefahrung des Berges, der es mit dem berüchtigten Mortirolo aufnehmen könne, wie im Vorfeld zu hören war. In der Tat flößen einem die nackten Zahlen mindestens Respekt, wenn nicht gar Angst ein. Bis zur Passhöhe auf 1156 Metern ist der Anstieg nach Punta Veleno – was man mit Gift-Spitze übersetzen kann – neun Kilometer lang und zwölf Prozent steil. Auf einem vier Kilometer langen Abschnitt sind es sogar bis zu 17 und nie weniger als 15 Prozent. Natürlich wurde der Berg der Spannung halber am Ende der Etappe eingebaut – der Weg bis dahin ist schnell beschrieben. An einer ersten, deutlich leichteren Steigung, setzten sich fünf Ausreißer ab: Francisco Javier Vila (Utensilnord Named), Matteo Montaguti (Ag2r La Mondiale), Fabio Felline (Androni Giocattoli), Jan Barta (Team NetApp) und Marco Frapporti (Team Idea). Deren Vorsprung stieg bei einem horrenden Tempo von gut 47 km/h über die ersten zwei Rennstunden nur einmal kurz über zwei Minuten, womit Vila für einen Moment virtueller Leader war. Eingeholt wurden sie schon nach 102 von 167,8 Kilometern, noch vor Lumini, einem Anstieg der 2. Kategorie. Frapporti, gestern auch einer der Ausreißer, konnte dort keine Punkte mehr sammeln und verlor das Bergtrikot, ist dafür nun Führender der Sprintwertung. Colnago-CSF Inox ließ bis zum Fuß des Punta Veleno niemanden mehr ausreißen und dort Domenico Pozzovivo auf Sieg fahren.

Pozzovivo zieht früh davon und fährt ungefährdet zu Sieg und Führung
Der 29-jährige Pozzovivo ist seit Jahren ein fester Bestandteil der Top5 des Giro del Trentino. 2008 und 2010 stand er als Dritter auf dem Podium, 2009 wurde er Fünfter, 2011 Vierter. Seinen bisher einzigen Etappensieg hatte er vor zwei Jahren in Alpe di Pampeago eingefahren. Kaum begann nach etwa zwei Kilometern ein langes 17% steiles Stück, fuhr Pozzovivo an die Spitze und zog das Feld auseinander. Nur der gestrige Sieger Damiano Cunego (Lampre), Roman Kreuziger (Astana), José Rujano (Androni Giocattoli) und Sylvester Szmyd (Liquigas) überstanden die erste Auslese. Wenig später fuhr Pozzovivo auch ihnen davon und lag auf dem Gipfel eine halbe Minute vor Szmyd. Nach eineinhalb Kilometern Abfahrt und einem nur minimal ansteigenden letzten Kilometer erreichte Pozzovivo das Ziel mit 23 Sekunden Vorsprung auf seinen polnischen Verfolger. Cunego folgte nach 1:12 Minute als Dritter, acht Sekunden darauf Rujano, der bergauf zwischenzeitlich an dritter Position lag, sein Tempo dann aber nicht mehr ganz durchziehen konnte. Kreuziger wurde mit 1:40 Minute Rückstand Fünfter. Gut zwei Minuten waren vergangen, bis ein Quartett um Bartosz Huzarski vom deutschen Team NetApp ins Ziel rollte. Im nächsten Grüppchen kamen Marco Pinotti und Mathias Frank (beide BMC Racing Team) an. Der Schweizer verlor 2:35 Minuten und keinesfalls unerwartet die Gesamtführung, liegt aber immer noch auf dem guten fünften Rang. Als eindeutig stärkster Mann des Tages übernahm Pozzovivo, der gestern noch fast eine Minute eingebüßt hatte, verdientermaßen das Maglia Ciclamino. Cunego (+0:25), Szmyd (+0:49) und Kreuziger (+0:50) sind die einzigen Fahrer, die noch weniger als eine Minute zurückliegen, Frank befindet sich bei 1:42 Minute.

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